Auswandern nach Spanien: Der komplette Leitfaden für den Neustart

Nach Spanien auszuwandern wirkt auf den ersten Blick komplizierter, als es in der Praxis sein muss. Wohnung finden, NIE beantragen, bei der Gemeinde anmelden, Krankenversicherung klären, Bankkonto eröffnen, vielleicht ein Auto ummelden und irgendwann auch noch verstehen, wann man in Spanien steuerpflichtig wird – die Liste kann lang wirken.

Unsere eigene Erfahrung ist deutlich entspannter.

Wir hatten zunächst eine Wohnung auf den Kanaren und sind erst ungefähr zwei Jahre später vollständig nach Spanien gezogen. Dadurch kannten wir den Alltag bereits und wussten ziemlich genau, was uns erwartet. Vieles haben wir anschließend direkt vor Ort geregelt.

Rückblickend würden wir gar nicht besonders viel anders machen. Vielleicht würden wir manche Dinge noch etwas besser vorbereiten. Aber wir würden auch nicht versuchen, vor der Abreise jedes Detail zu lösen.

Gerade für Deutsche und andere EU-Bürger ist die Auswanderung nach Spanien grundsätzlich gut machbar.

Wichtig ist vor allem, die einzelnen Schritte auseinanderzuhalten und in einer sinnvollen Reihenfolge anzugehen.

Dieser Ratgeber zeigt deshalb nicht nur, welche Formalitäten beim Auswandern nach Spanien wichtig sind. Er erklärt den gesamten Weg – von der ersten Entscheidung über den Umzug bis zum tatsächlichen Ankommen im spanischen Alltag.

Ist Auswandern nach Spanien wirklich so kompliziert?

Nein – jedenfalls nicht zwangsläufig.

Wer im Internet nach Informationen zum Auswandern sucht, bekommt schnell den Eindruck, dass man bereits vor der Abreise einen Aktenordner voller Formulare, Übersetzungen und Bescheinigungen benötigt.

Einige Dinge müssen tatsächlich organisiert werden. Aber als deutscher beziehungsweise anderer EU-Bürger profitiert man von der Freizügigkeit innerhalb der Europäischen Union.

Man benötigt kein klassisches Einwanderungsvisum, um nach Spanien zu ziehen.

Für einen Aufenthalt von weniger als drei Monaten genügt EU-Bürgern grundsätzlich ein gültiger Personalausweis oder Reisepass. Wer länger bleibt, muss sich anschließend mit den entsprechenden spanischen Registrierungsformalitäten beschäftigen.

Die größere Herausforderung besteht deshalb häufig nicht darin, überhaupt nach Spanien ziehen zu dürfen. Schwieriger ist eher zu verstehen, welche Behörde für welchen Vorgang zuständig ist.

Unsere Erfahrung: Erst ausprobieren, dann vollständig auswandern

Unsere eigene Auswanderung war länger geplant.

Wir haben zunächst eine Wohnung auf den Kanaren angemietet und sind nicht sofort vollständig umgezogen. Erst ungefähr zwei Jahre später erfolgte der komplette Schritt nach Spanien.

Für uns war das im Nachhinein eine sehr gute Lösung.

Wir wussten bereits, wie sich das Leben vor Ort anfühlt. Wir kannten die Gegend, hatten Erfahrungen mit dem Alltag gesammelt und mussten unsere Entscheidung nicht anhand einiger Wochen Urlaub treffen.

Damals war es allerdings auch noch wesentlich einfacher, eine Wohnung zu finden als heute.

Man muss nicht zwei Jahre testen

Unsere Vorgehensweise ist kein Modell, das jeder kopieren muss.

Nicht jeder kann oder möchte zwei Jahre lang zwischen Deutschland und Spanien pendeln.

Aber die Grundidee würden wir weiterhin empfehlen: Wer die Möglichkeit hat, sollte den zukünftigen Wohnort nicht ausschließlich aus dem Urlaub kennen.

Einige Wochen oder Monate echter Alltag sagen mehr über einen Ort aus als zehn Hotelaufenthalte.

Im Urlaub interessieren Strand, Restaurants und Sehenswürdigkeiten. Als Resident werden plötzlich Supermarkt, Arzt, Parkplatz, Internet, Arbeitsweg und Behörden wichtig.

Phase 1: Wo in Spanien möchte ich überhaupt leben?

Spanien ist kein einheitlicher Lebensraum. Wer verschiedene Regionen vergleicht, sollte neben den Wohnkosten auch Infrastruktur, Erreichbarkeit und den Alltag außerhalb der Urlaubssaison berücksichtigen. Zwei mögliche Ziele auf dem Festland sind die Costa Blanca und die Region Valencia.

Das Leben auf Teneriffa unterscheidet sich erheblich vom Leben in Madrid, Málaga, einem Dorf in Galicien oder einer Kleinstadt im spanischen Hinterland.

Klima, Mieten, Arbeitsmarkt, Verkehr, Sprache und Infrastruktur können sich deutlich unterscheiden.

Deshalb sollte die erste Frage nicht lauten: „Welche Formulare brauche ich?“

Die erste Frage sollte sein: „Wo möchte ich eigentlich leben?“

Diese Fragen helfen bei der Auswahl

  • Möchte ich am Meer, in einer Stadt oder ländlich leben?
  • Muss ich vor Ort einen Arbeitsplatz finden?
  • Arbeite ich ortsunabhängig?
  • Wie hoch darf meine Miete sein?
  • Brauche ich regelmäßig bestimmte Ärzte oder medizinische Einrichtungen?
  • Möchte ich ohne Auto auskommen?
  • Wie wichtig ist die Nähe zu einem internationalen Flughafen?
  • Wie gut spreche ich Spanisch?
  • Ist eine deutschsprachige Community für mich wichtig?
  • Welches Klima möchte ich tatsächlich das ganze Jahr über?

Wer diese Fragen beantwortet, kann die Suche erheblich eingrenzen.

Urlaub in Spanien und Leben in Spanien sind zwei verschiedene Dinge

Das klingt selbstverständlich, wird bei einer Auswanderung aber häufig unterschätzt.

Ein Ferienort kann für zwei Wochen perfekt sein und trotzdem nicht der richtige Wohnort für das ganze Jahr.

Im Alltag verändern sich die Prioritäten.

Man möchte vielleicht nicht jeden Einkauf in einer touristischen Zone erledigen. Man benötigt möglicherweise einen Parkplatz. Die Fahrt zum nächsten größeren Krankenhaus wird plötzlich wichtig. Und ein schöner abgelegener Ort verliert einen Teil seines Reizes, wenn dort kein zuverlässiges Internet verfügbar ist.

Wer eine Region ernsthaft in Betracht zieht, sollte deshalb versuchen, dort einen normalen Alltag zu führen.

Phase 2: Die Auswanderung finanziell vorbereiten

Eine Auswanderung sollte nicht daran scheitern, dass nach zwei Monaten das Geld knapp wird.

Deshalb gehört eine realistische finanzielle Planung zu den wichtigsten Vorbereitungen.

Dabei sollte nicht mit alten Internetartikeln gerechnet werden, die Spanien pauschal als extrem günstiges Land darstellen.

Gerade die Wohnkosten sind in vielen gefragten Regionen deutlich gestiegen.

Welche Kosten sollte man einplanen?

  • Miete und Kaution,
  • Umzug beziehungsweise Transport,
  • vorübergehende Unterkunft, falls noch keine Wohnung vorhanden ist,
  • Strom und Wasser,
  • Internet und Mobilfunk,
  • Lebensmittel,
  • Auto oder öffentliche Verkehrsmittel,
  • Versicherungen,
  • Gesundheitsversorgung,
  • gegebenenfalls Gestoría, Übersetzungen oder andere Fachleute,
  • Rücklagen für unerwartete Ausgaben.

Wer in Spanien arbeiten möchte, sollte außerdem nicht automatisch mit einem deutschen Gehaltsniveau kalkulieren.

Die entscheidende Frage ist nicht, ob Spanien allgemein billiger oder teurer als Deutschland ist. Entscheidend ist, ob das eigene Einkommen zum gewünschten Wohnort und Lebensstil passt.

Wie viel Rücklage braucht man zum Auswandern?

Eine pauschale Summe wäre unseriös.

Ein Rentner mit gesichertem Einkommen und bereits gemieteter Wohnung befindet sich in einer völlig anderen Situation als jemand, der ohne Arbeitsplatz nach Barcelona, Málaga oder Teneriffa zieht.

Wir würden grundsätzlich genügend Reserve einplanen, um nicht nach wenigen Wochen unter Entscheidungsdruck zu geraten.

Wer noch keinen Arbeitsplatz oder kein gesichertes Einkommen hat, benötigt entsprechend mehr Spielraum.

Die finanzielle Reserve dient nicht nur Notfällen. Sie gibt auch die Freiheit, eine schlechte Wohnung abzulehnen, nicht den erstbesten Arbeitsvertrag unterschreiben zu müssen oder eine unerwartete Ausgabe zu verkraften.

Wohnung in Spanien finden

Die Wohnung gehört heute in vielen Regionen zu den schwierigsten Teilen einer Auswanderung.

Wer früher schon einmal in Spanien gelebt hat, sollte deshalb nicht automatisch davon ausgehen, dass die damaligen Preise und Bedingungen noch gelten.

Wir haben diese Entwicklung selbst auf Teneriffa erlebt. Wohnungen, die vor einigen Jahren noch vergleichsweise günstig zu finden waren, kosten heute teilweise erheblich mehr.

Mieten oder zunächst vorübergehend wohnen?

Wer eine Region noch nicht gut kennt, muss nicht sofort einen langfristigen Mietvertrag unterschreiben.

Eine vorübergehende Unterkunft kann sinnvoll sein, um verschiedene Orte kennenzulernen und anschließend gezielter zu suchen.

Allerdings kann eine längere Ferienunterkunft deutlich teurer sein als eine normale Wohnraummiete.

Deshalb sollte diese Übergangsphase finanziell eingeplant werden.

Beim Mietvertrag genau hinschauen

Vor Vertragsabschluss sollten unter anderem Miethöhe, Kaution, Vertragsdauer, Nebenkosten, Strom, Wasser und Kündigungsbedingungen geprüft werden.

Auch der Zustand der Wohnung sollte dokumentiert werden.

Wir empfehlen Fotos oder Videos beim Einzug, insbesondere bei bereits vorhandenen Schäden oder Feuchtigkeit.

Die Details zu Mietvertrag, Kaution und Wohnungssuche behandeln wir in unserem ausführlichen Ratgeber zum Mieten in Spanien.

Welche Dokumente sollte man aus Deutschland mitnehmen?

Viele Unterlagen lassen sich später beschaffen. Trotzdem spart eine gute Vorbereitung Zeit.

Welche Dokumente tatsächlich benötigt werden, hängt von der persönlichen Situation ab.

Typische Unterlagen sind beispielsweise

  • gültiger Personalausweis und/oder Reisepass,
  • Geburtsurkunden, soweit für konkrete Verfahren erforderlich,
  • Heiratsurkunde beziehungsweise familienbezogene Dokumente,
  • Arbeitsvertrag oder Einkommensnachweise,
  • Rentenunterlagen,
  • Nachweise zur Krankenversicherung,
  • Führerschein,
  • Fahrzeugunterlagen, falls ein Fahrzeug mitgebracht wird,
  • relevante medizinische Unterlagen und Medikamenteninformationen,
  • gegebenenfalls Schul- oder Ausbildungsnachweise.

Nicht jedes Dokument benötigt automatisch eine beglaubigte Übersetzung oder Apostille. Das hängt vom jeweiligen Verfahren und der Behörde ab.

Wir würden deshalb nicht vorsorglich jeden vorhandenen Ordner übersetzen lassen, sondern vorher klären, was tatsächlich verlangt wird.

Digitale Kopien anlegen

Zusätzlich zu den Originalen empfehlen wir digitale Kopien wichtiger Unterlagen.

Damit hat man Dokumente auch dann verfügbar, wenn ein Original gerade nicht zur Hand ist.

Phase 3: Ankommen und die wichtigsten Formalitäten erledigen

Braucht man eine NIE vor dem Umzug?

Die NIE – Número de Identidad de Extranjero – ist eine persönliche Identifikationsnummer für Ausländer.

Sie wird bei zahlreichen wirtschaftlichen, beruflichen und behördlichen Vorgängen benötigt.

Eine NIE kann unter bestimmten Voraussetzungen bereits vor dem Umzug beantragt werden, beispielsweise über eine spanische Auslandsvertretung.

Das bedeutet aber nicht, dass jeder zukünftige Auswanderer zwingend bereits in Deutschland eine NIE besitzen muss.

Viele Dinge können auch nach der Ankunft organisiert werden.

Die NIE ist keine Residencia

Dieser Unterschied ist besonders wichtig.

Eine NIE ist zunächst eine Identifikationsnummer.

Sie bedeutet nicht automatisch, dass jemand als EU-Bürger dauerhaft in Spanien registriert ist.

Auch Empadronamiento und NIE sind zwei unterschiedliche Dinge.

Die verschiedenen Verfahren werden im Alltag häufig miteinander vermischt, obwohl sie unterschiedliche Zwecke erfüllen.

Die ersten drei Monate in Spanien

Deutsche und andere EU-Bürger können grundsätzlich mit einem gültigen Personalausweis oder Reisepass nach Spanien einreisen.

Für einen Aufenthalt von weniger als drei Monaten besteht grundsätzlich keine Pflicht zur Registrierung des Aufenthalts als EU-Resident.

Wer bereits weiß, dass Spanien dauerhaft der neue Wohnort werden soll, kann die notwendigen nächsten Schritte trotzdem frühzeitig vorbereiten.

Dazu gehören insbesondere Wohnsitz, Padrón, Krankenversicherung und gegebenenfalls Arbeit oder Selbstständigkeit.

Empadronamiento: Anmeldung bei der Gemeinde

Wer in Spanien lebt, muss sich mit dem Padrón municipal beschäftigen.

Das Empadronamiento ist die Anmeldung bei der Gemeinde, in der man gewöhnlich wohnt.

Wer in mehreren spanischen Gemeinden lebt, wird grundsätzlich dort geführt, wo er den größten Teil des Jahres wohnt.

Das Empadronamiento begegnet Residenten bei zahlreichen weiteren Vorgängen.

Welche Unterlagen verlangt die Gemeinde?

Die konkrete Vorgehensweise kann sich je nach Ayuntamiento unterscheiden.

Typischerweise muss die Identität nachgewiesen werden und es wird ein Nachweis benötigt, dass man tatsächlich an der angegebenen Adresse wohnt.

Das kann beispielsweise über einen Mietvertrag oder andere geeignete Unterlagen erfolgen.

Die genaue Beantragung behandeln wir in unserem eigenen Ratgeber zum Empadronamiento.

EU-Registrierung bei einem Aufenthalt von mehr als drei Monaten

Wer als EU-Bürger länger als drei Monate in Spanien lebt, muss unter den gesetzlichen Voraussetzungen die Registrierung im Registro Central de Extranjeros beachten.

Der Antrag wird persönlich gestellt.

Das ausgestellte Certificado de Registro de Ciudadano de la Unión ist das bekannte grüne EU-Registrierungszertifikat.

Welche Nachweise benötigt werden, hängt von der persönlichen Situation ab.

Arbeitnehmer, Selbstständige und Personen ohne Erwerbstätigkeit

Ein Arbeitnehmer kann seine Situation beispielsweise über seine Beschäftigung beziehungsweise die entsprechenden Sozialversicherungsdaten nachweisen.

Für Selbstständige gelten entsprechende Nachweise über ihre Tätigkeit.

Wer weder Arbeitnehmer noch selbstständig ist, muss grundsätzlich ausreichende Mittel und einen geeigneten Krankenversicherungsschutz nachweisen.

Deshalb gibt es nicht eine einzige Dokumentenliste, die für jeden Auswanderer identisch ist.

3 Monate und 183 Tage sind nicht dasselbe

Diese beiden Fristen werden häufig miteinander verwechselt.

Die Drei-Monats-Frist betrifft bei EU-Bürgern die aufenthaltsrechtliche Registrierung.

Die bekannte 183-Tage-Regel gehört dagegen zum Steuerrecht.

Wer sich während eines Kalenderjahres mehr als 183 Tage in Spanien aufhält, kann insbesondere deshalb steuerlich in Spanien ansässig sein.

Die Anzahl der Aufenthaltstage ist allerdings nicht das einzige mögliche Kriterium. Auch der Mittelpunkt beziehungsweise die Hauptbasis wirtschaftlicher Tätigkeiten oder Interessen kann eine Rolle spielen.

Bei grenzüberschreitenden Situationen können zusätzlich Doppelbesteuerungsabkommen relevant werden.

Deshalb sollte man „Residencia“ und „Steuerresidenz“ nicht gleichsetzen.

Krankenversicherung vor dem dauerhaften Umzug klären

Die Gesundheitsversorgung sollte nicht erst organisiert werden, wenn man bereits einen Arzt benötigt.

Welche Absicherung richtig ist, hängt stark von der persönlichen Situation ab.

Arbeitnehmer und Selbstständige können über das spanische Sozialversicherungssystem Zugang zur öffentlichen Gesundheitsversorgung erhalten.

Für bestimmte Rentner und andere Versicherte aus einem anderen EU-Staat kann das S1-Verfahren eine wichtige Rolle spielen.

Die Europäische Krankenversicherungskarte reicht nicht für jede Situation

Die Europäische Krankenversicherungskarte ist für medizinisch notwendige Versorgung während eines vorübergehenden Aufenthalts gedacht.

Sie sollte nicht einfach als dauerhafte Krankenversicherung für eine Auswanderung eingeplant werden.

Wer seinen Lebensmittelpunkt nach Spanien verlegt, sollte vorab klären, auf welcher Grundlage sein Versicherungsschutz künftig besteht.

Unsere Erfahrung mit Ärzten auf den Kanaren

Für uns war die medizinische Versorgung kein großes Problem.

Gerade auf den Kanaren gibt es in vielen touristisch geprägten Regionen auch deutschsprachige Ärzte und andere medizinische Ansprechpartner.

Das erleichtert den Einstieg erheblich.

Trotzdem würden wir empfehlen, sich mit dem spanischen Gesundheitssystem auseinanderzusetzen und nicht dauerhaft ausschließlich nach deutschsprachigen Angeboten zu suchen.

Arbeiten in Spanien

Wer seinen Lebensunterhalt in Spanien verdienen muss, sollte den Arbeitsmarkt bereits vor dem endgültigen Umzug beobachten.

Die Chancen unterscheiden sich stark nach Region und Beruf.

Touristische Regionen haben andere Arbeitsmärkte als Madrid, Barcelona oder ländliche Gebiete.

Deutschkenntnisse können insbesondere in Tourismus, Kundenservice und bestimmten internationalen Unternehmen hilfreich sein.

Spanisch erweitert die Möglichkeiten allerdings erheblich.

Arbeitsvertrag und Sozialversicherung kontrollieren

Wer eine Stelle beginnt, sollte nicht nur auf das ausgezahlte Gehalt achten.

Arbeitsvertrag, Sozialversicherungsanmeldung, Tarifvertrag beziehungsweise Convenio und Lohnabrechnung sind ebenfalls wichtig.

Über die spanische Seguridad Social beziehungsweise die vida laboral kann später kontrolliert werden, ob Beschäftigungszeiten korrekt erfasst wurden.

Arbeitsverträge, Arbeitszeiten, Urlaub, Krankheit und Kündigung behandeln wir ausführlich in unserem Ratgeber zum Arbeiten in Spanien.

Selbstständig in Spanien: Autónomo

Wer selbstständig arbeiten möchte, muss seine Tätigkeit steuerlich und sozialversicherungsrechtlich korrekt anmelden.

Das spanische System wird häufig unter dem Begriff Autónomo zusammengefasst.

Dabei geht es nicht nur um einen einzelnen Antrag. Steuerliche Anmeldung, Seguridad Social und später laufende Erklärungen müssen zusammenpassen.

Wir würden dafür eine gute Gestoría suchen

Aus eigener Erfahrung würden wir eine Selbstständigkeit heute nicht einfach allein anmelden, nur weil die Formulare grundsätzlich selbst ausgefüllt werden können.

Eine gute Gestoría beziehungsweise ein guter Steuerberater kann hier sehr viel wert sein.

Wichtig ist allerdings, die eigene Situation anschließend trotzdem zu kontrollieren.

Wir haben selbst erlebt, welche Folgen es haben kann, wenn eine Anmeldung nicht so durchgeführt wurde, wie man angenommen hatte.

Deshalb empfehlen wir beispielsweise, die eigene vida laboral regelmäßig zu prüfen.

Steuern nach der Auswanderung

Mit einem Umzug nach Spanien ändern sich möglicherweise auch die steuerlichen Pflichten.

Wer steuerlich in Spanien ansässig wird, kann grundsätzlich mit seinem weltweiten Einkommen der spanischen Einkommensteuer unterliegen.

Das bedeutet nicht automatisch, dass jedes Einkommen doppelt besteuert wird.

Zwischen Deutschland und Spanien besteht ein Doppelbesteuerungsabkommen, das für grenzüberschreitende Einkünfte wichtig sein kann.

Welche Regeln konkret gelten, hängt von Einkommensart und persönlicher Situation ab.

Steuern nicht erst nach dem ersten Bescheid beachten

Wir würden die steuerliche Situation möglichst früh mit einem qualifizierten Berater klären.

Das gilt insbesondere bei Einkünften aus mehreren Ländern, Immobilien, Selbstständigkeit, Unternehmen oder größeren Vermögenswerten.

Wer selbstständig ist, muss zudem laufende Steuertermine und ausreichende Liquidität für fällige Zahlungen einplanen.

Bankkonto in Spanien

Ein spanisches Bankkonto erleichtert den Alltag erheblich.

Miete, Strom, Telefon, Versicherungen und andere laufende Zahlungen werden häufig per Lastschrift abgewickelt.

Wir würden allerdings nicht einfach das erste angebotene Konto eröffnen.

Gebühren, Bedingungen, Onlinebanking und Service unterscheiden sich zwischen Banken und Kontomodellen.

Deutschsprachiger Service kann am Anfang hilfreich sein

In Regionen mit vielen deutschen Residenten gibt es teilweise Banken beziehungsweise Mitarbeiter, bei denen eine Verständigung auf Deutsch möglich ist.

Das kann bei der Kontoeröffnung und den ersten Bankgeschäften angenehm sein.

Langfristig sollte man trotzdem darauf achten, dass das Konto selbst zu den eigenen Anforderungen passt.

Cl@ve und digitales Zertifikat einrichten

Ein Punkt, den viele Neuankömmlinge zunächst unterschätzen, ist die digitale Verwaltung.

Immer mehr spanische Behördenverfahren lassen sich online erledigen.

Dafür sind insbesondere Cl@ve und das digitale Zertifikat wichtige Werkzeuge.

Wer dauerhaft in Spanien lebt, sollte sich frühzeitig damit beschäftigen.

Ein funktionierender digitaler Zugang kann später Behördengänge und Terminvereinbarungen erheblich erleichtern.

Deutscher Führerschein in Spanien

Ein gültiger deutscher Führerschein ist als EU-Führerschein grundsätzlich auch in Spanien gültig.

Man muss ihn deshalb nicht automatisch nach wenigen Monaten gegen einen spanischen Führerschein tauschen.

Bei bestimmten Führerscheinen mit besonderen oder unbegrenzten Gültigkeitsbedingungen können nach Begründung des gewöhnlichen Wohnsitzes in Spanien zusätzliche Regeln relevant werden.

Deshalb sollte im Einzelfall die aktuelle Regelung der spanischen Verkehrsbehörde DGT geprüft werden.

Was passiert mit dem deutschen Auto?

Führerschein und Fahrzeug sind zwei unterschiedliche Themen.

Wer seinen Wohnsitz dauerhaft nach Spanien verlegt und ein in Deutschland zugelassenes Fahrzeug mitbringt, muss sich mit der spanischen Zulassung beziehungsweise Ummeldung beschäftigen.

Dabei können technische Prüfung, Fahrzeugdokumente, Steuern und Zulassung relevant werden.

Gerade bei einem älteren Fahrzeug sollte vorher gerechnet werden, ob die Mitnahme wirtschaftlich sinnvoll ist oder ein Fahrzeugkauf in Spanien die bessere Lösung darstellt.

Phase 4: Im spanischen Alltag ankommen

Spanisch lernen: Muss man vor der Auswanderung fließend sprechen?

Nein.

Wir selbst haben Spanisch vor Ort in einer Sprachschule gelernt.

Gerade in Regionen mit vielen deutschen Residenten kann man sich anfangs erstaunlich gut zurechtfinden.

Auf den Kanaren haben wir erlebt, dass viele Menschen in touristischen Gegenden zumindest etwas Deutsch verstehen und zahlreiche deutschsprachige Dienstleister vorhanden sind.

Das macht den Einstieg einfacher.

Trotzdem würden wir Spanisch lernen

Wer dauerhaft in Spanien lebt, profitiert enorm von der Sprache.

Behörden, Ärzte, Handwerker, Nachbarn, Vermieter und viele andere Kontakte werden einfacher.

Vor allem verlässt man damit die deutschsprachige Blase.

Unsere Erfahrung auf den Kanaren ist, dass gerade der Kontakt zu den Menschen in kleineren Orten und außerhalb touristischer Zentren einen wichtigen Teil der Lebensqualität ausmacht.

Die deutsche Community kann den Einstieg erleichtern

Eine große deutschsprachige Gemeinschaft muss kein Nachteil sein.

Für uns war sie beim Einstieg hilfreich.

Man bekommt Tipps von Menschen, die bestimmte Behördengänge bereits erledigt haben. Man erfährt, wo ein guter Arzt, Handwerker oder anderer Ansprechpartner zu finden ist. Und gerade am Anfang gibt es Sicherheit, wenn nicht jede Situation sofort auf Spanisch bewältigt werden muss.

In Regionen wie den Kanaren, der Costa del Sol oder anderen bei deutschen Residenten beliebten Gegenden kann dieser Effekt besonders stark sein.

Tipps anderer Auswanderer trotzdem überprüfen

Es gibt allerdings ein Problem.

Nicht jeder Tipp, der seit Jahren unter Auswanderern weitergegeben wird, ist noch aktuell oder überhaupt richtig.

Gesetze, Formulare und Verfahren ändern sich.

„Das haben wir damals auch so gemacht“ ist deshalb keine verlässliche Rechtsgrundlage.

Persönliche Erfahrungen sind wertvoll. Bei rechtlichen, steuerlichen oder medizinischen Fragen sollten sie aber mit aktuellen offiziellen Informationen beziehungsweise qualifizierter Fachberatung kombiniert werden.

Man kann vieles erst vor Ort erledigen

Das ist eine der wichtigsten Erfahrungen unserer eigenen Auswanderung.

Man muss nicht versuchen, bereits in Deutschland jede spätere Formalität abzuschließen.

Viele Dinge lassen sich sinnvoller erledigen, wenn die tatsächliche spanische Adresse feststeht und man vor Ort ist.

Das gilt beispielsweise für verschiedene Anmeldungen und kommunale Verfahren.

Vorbereiten sollte man dagegen die Dinge, deren Fehlen später Probleme verursacht: ausreichende finanzielle Mittel, wichtige Originaldokumente, Krankenversicherung beziehungsweise deren Grundlage und eine realistische Vorstellung davon, wo und wovon man leben möchte.

Eine sinnvolle Reihenfolge nach der Ankunft

Es gibt keine einzige Reihenfolge, die für jeden Auswanderer identisch ist.

Ein Arbeitnehmer hat andere Voraussetzungen als ein Rentner. Ein Selbstständiger benötigt andere Schritte als jemand, der von Vermögen lebt.

Als Orientierung kann folgende Reihenfolge helfen:

  1. dauerhafte beziehungsweise geeignete Wohnadresse sichern,
  2. NIE klären, soweit noch nicht vorhanden oder benötigt,
  3. Empadronamiento bei der Gemeinde erledigen,
  4. bei längerem Aufenthalt EU-Registrierung organisieren,
  5. Krankenversicherung und Zugang zum Gesundheitssystem klären,
  6. Bankkonto und laufende Zahlungen organisieren,
  7. gegebenenfalls Beschäftigung oder Selbstständigkeit korrekt anmelden,
  8. Cl@ve beziehungsweise digitales Zertifikat einrichten,
  9. steuerliche Situation prüfen,
  10. Fahrzeug- und Führerscheinthemen soweit erforderlich erledigen.

Einzelne Schritte können sich überschneiden oder in einer anderen Reihenfolge sinnvoll sein.

Entscheidend ist, dass man versteht, welche Verfahren voneinander unabhängig sind.

Die ersten Wochen in Spanien

In den ersten Wochen würden wir nicht versuchen, das gesamte neue Leben gleichzeitig perfekt zu organisieren.

Priorität haben zunächst Wohnung, Versicherung, notwendige Anmeldungen und Einkommen.

Danach können nach und nach Bank, digitale Verwaltung, Ärzte, Versicherungen und weitere praktische Dinge optimiert werden.

Gleichzeitig sollte man anfangen, den eigenen Wohnort tatsächlich kennenzulernen.

Wo kauft man günstig ein? Welches Centro de Salud ist zuständig? Wo befindet sich das Ayuntamiento? Welche Busverbindungen gibt es? Welche Geschäfte sind tatsächlich gut?

Genau diese kleinen Dinge machen aus einem Aufenthaltsort irgendwann einen Wohnort.

Die ersten sechs Monate: vom Auswanderer zum Residenten

Nach einigen Monaten verschiebt sich der Fokus.

Die wichtigsten Formalitäten sollten inzwischen organisiert sein. Jetzt geht es stärker darum, Strukturen für den dauerhaften Alltag aufzubauen.

Dazu gehören Spanischkenntnisse, Kontakte vor Ort, verlässliche Ärzte und Dienstleister sowie ein Überblick über laufende Verträge und Kosten.

Auch die steuerliche Situation sollte spätestens jetzt klar sein.

Wer ein Auto mitgebracht hat, sollte die notwendigen spanischen Fahrzeugformalitäten nicht dauerhaft aufschieben.

Auswandern als Rentner

Spanien ist für viele deutsche Rentner attraktiv.

Klima, Lebensweise und die vergleichsweise einfache Erreichbarkeit aus Deutschland spielen dabei eine wichtige Rolle.

Vor dem Umzug sollten insbesondere Rente, Krankenversicherung, S1-Verfahren, Steuerfragen und Wohnkosten geklärt werden.

Auch die Nähe zu Ärzten und die Frage, wie der Alltag ohne eigenes Auto funktioniert, können mit zunehmendem Alter wichtiger werden.

Diese Themen behandeln wir ausführlich in unserem eigenen Ratgeber zum Auswandern nach Spanien als Rentner.

Auswandern mit Arbeit

Wer bereits einen Arbeitsvertrag in Spanien hat, startet mit einer relativ klaren Einkommenssituation.

Vor Vertragsabschluss sollten trotzdem Bruttogehalt, erwartetes Nettogehalt, Arbeitsort und lokale Wohnkosten gemeinsam betrachtet werden.

Ein Gehalt, das in einer kleineren spanischen Stadt gut ausreicht, kann in einer teuren Küstenregion deutlich knapper sein.

Wer erst nach der Ankunft einen Job suchen möchte, sollte entsprechend mehr finanzielle Reserve mitbringen.

Auswandern als Selbstständiger oder Unternehmer

Wer sein Einkommen selbst erwirtschaftet, hat bei der Wahl des Wohnortes häufig mehr Freiheit.

Gleichzeitig entstehen zusätzliche steuerliche und sozialversicherungsrechtliche Fragen.

Vor dem Umzug sollte geklärt werden, wie die bisherige Tätigkeit in Spanien fortgeführt wird, wo das Unternehmen steuerlich angesiedelt ist und welche persönlichen Steuerpflichten entstehen.

Wer tatsächlich als Autónomo in Spanien arbeitet, sollte die spanischen Anmelde- und Erklärungspflichten von Anfang an korrekt aufsetzen.

Auswandern auf die Kanaren

Die Kanarischen Inseln sind ein Sonderfall innerhalb Spaniens.

Das betrifft nicht die EU-Freizügigkeit oder grundlegende Aufenthaltsrechte, wohl aber verschiedene praktische und steuerliche Bereiche.

Auf den Kanaren gilt beispielsweise grundsätzlich IGIC statt des auf dem spanischen Festland üblichen IVA.

Auch Inselversorgung, Entfernungen und der jeweilige Arbeits- und Wohnungsmarkt unterscheiden sich.

Wir leben selbst auf den Kanaren und haben deshalb einen eigenen ausführlichen Ratgeber zum Auswandern auf die Kanaren erstellt.

Typische Fehler beim Auswandern nach Spanien

  • Spanien ausschließlich aus dem Urlaub kennen,
  • ohne ausreichende finanzielle Reserve umziehen,
  • mit veralteten Miet- und Lebenshaltungskosten rechnen,
  • NIE, Empadronamiento und EU-Registrierung miteinander verwechseln,
  • die 183-Tage-Regel mit der EU-Aufenthaltsregistrierung verwechseln,
  • Krankenversicherung erst nach dem Umzug klären,
  • davon ausgehen, dass die Europäische Krankenversicherungskarte dauerhaft genügt,
  • deutsches Gehaltsniveau für einen spanischen Arbeitsplatz erwarten,
  • Steuerfragen zu lange aufschieben,
  • jedem Tipp aus Facebook-Gruppen oder von Bekannten ungeprüft vertrauen,
  • dauerhaft kein Spanisch lernen,
  • bei Immobilien oder Grundstücken nur auf mündliche Aussagen vertrauen,
  • versuchen, vor der Abreise jedes Detail perfekt zu lösen.

Checkliste: Vor der Auswanderung nach Spanien

  • Region und möglichen Wohnort auswählen,
  • Wohnort möglichst vorher im Alltag testen,
  • Einkommen beziehungsweise Arbeitsplatz klären,
  • realistisches Monatsbudget erstellen,
  • ausreichende Rücklage bilden,
  • Wohnungsmarkt beobachten,
  • Krankenversicherung klären,
  • wichtige Dokumente zusammenstellen,
  • digitale Kopien wichtiger Unterlagen erstellen,
  • gegebenenfalls NIE bereits vorbereiten,
  • prüfen, ob das deutsche Auto mitgenommen werden soll,
  • erste Spanischkenntnisse aufbauen,
  • bei komplexer steuerlicher Situation vorab Beratung einholen.

Checkliste: Nach der Ankunft in Spanien

  • Wohnadresse und Mietunterlagen ordnen,
  • NIE soweit erforderlich klären,
  • Empadronamiento erledigen,
  • EU-Registrierung bei dauerhaftem Aufenthalt organisieren,
  • Gesundheitsversorgung beziehungsweise Krankenversicherung abschließen,
  • Bank- und Zahlungsverkehr organisieren,
  • Arbeit oder Selbstständigkeit korrekt anmelden,
  • Cl@ve und digitales Zertifikat einrichten,
  • steuerliche Ansässigkeit und Pflichten prüfen,
  • gegebenenfalls Fahrzeug ummelden,
  • Ärzte und wichtige Ansprechpartner am Wohnort suchen,
  • Spanisch weiterlernen und Kontakte vor Ort aufbauen.

Hilfe beim Auswandern nach Spanien

Man kann sehr vieles selbst erledigen.

Unsere eigene Erfahrung ist sogar, dass die Auswanderung häufig weniger kompliziert ist, als man vorher denkt.

Trotzdem gibt es Situationen, in denen ein Ansprechpartner vor Ort viel Zeit und Unsicherheit sparen kann.

Das gilt beispielsweise, wenn man die Sprache noch nicht beherrscht, nicht weiß, welche Behörde zuständig ist, einen Termin begleiten lassen möchte oder verschiedene Aufgaben gleichzeitig organisiert werden müssen.

SpanienHelfer unterstützt bei solchen praktischen Themen rund um das Leben in Spanien.

Je nach Situation kann es beispielsweise um Behördengänge, An- und Ummeldungen, Arztbegleitung, Bankangelegenheiten, Fahrzeugthemen, Wohnung und Umzug oder die Suche nach geeigneten Fachleuten gehen.

Dabei ersetzen wir keinen Rechtsanwalt, Steuerberater, Arzt oder anderen reglementierten Spezialisten.

Wo entsprechende Fachberatung erforderlich ist, geht es darum, den richtigen Ansprechpartner zu finden und den praktischen Ablauf zu organisieren.

FAQ zum Auswandern nach Spanien

Kann ich als Deutscher einfach nach Spanien auswandern?

Als deutscher Staatsbürger beziehungsweise EU-Bürger benötigt man grundsätzlich kein Einwanderungsvisum für Spanien. Bei einem Aufenthalt von mehr als drei Monaten müssen jedoch die entsprechenden Registrierungs- und Aufenthaltsvoraussetzungen beachtet werden.

Brauche ich eine NIE zum Auswandern?

Die NIE wird für zahlreiche wirtschaftliche, vertragliche und behördliche Vorgänge benötigt. Sie kann bereits vor dem Umzug oder später in Spanien beantragt werden. Die NIE allein ist allerdings keine Aufenthaltsregistrierung.

Muss ich mich in Spanien anmelden?

Wer in Spanien lebt, muss das Empadronamiento bei der zuständigen Gemeinde beachten. Bei einem Aufenthalt von mehr als drei Monaten kommt für EU-Bürger zusätzlich die entsprechende EU-Registrierung hinzu.

Was ist der Unterschied zwischen NIE und Residencia?

Die NIE ist eine Identifikationsnummer für Ausländer. Die EU-Registrierung dokumentiert dagegen unter den gesetzlichen Voraussetzungen die Registrierung eines längerfristig in Spanien lebenden EU-Bürgers. Beide Begriffe werden im Alltag häufig fälschlicherweise gleichgesetzt.

Bin ich nach 183 Tagen automatisch Resident?

Die 183-Tage-Regel betrifft insbesondere die steuerliche Ansässigkeit und darf nicht mit der aufenthaltsrechtlichen EU-Registrierung nach mehr als drei Monaten verwechselt werden. Außerdem können bei der steuerlichen Ansässigkeit weitere Kriterien eine Rolle spielen.

Kann ich meine deutsche Krankenversicherung behalten?

Das hängt von der persönlichen Situation ab. Arbeitnehmer, Selbstständige, Rentner und wirtschaftlich nicht aktive Personen können unterschiedliche Regelungen betreffen. Bei bestimmten Rentnern kann beispielsweise das S1-Verfahren relevant sein. Die Europäische Krankenversicherungskarte allein sollte nicht als dauerhafte Absicherung für eine Auswanderung eingeplant werden.

Ist mein deutscher Führerschein in Spanien gültig?

Ein gültiger deutscher EU-Führerschein ist grundsätzlich auch in Spanien gültig. Je nach Art und Gültigkeitsdauer des Führerscheins können nach Begründung des gewöhnlichen Wohnsitzes zusätzliche spanische Vorschriften relevant werden.

Muss ich mein deutsches Auto in Spanien ummelden?

Wer seinen Wohnsitz dauerhaft nach Spanien verlegt und sein deutsches Fahrzeug dauerhaft mitbringt, muss sich mit der spanischen Zulassung des Fahrzeugs beschäftigen. Führerschein und Fahrzeugzulassung sind dabei zwei getrennte Themen.

Muss ich schon vor dem Umzug Spanisch können?

Nein. Wir selbst haben Spanisch vor Ort in einer Sprachschule gelernt. Gerade in Regionen mit vielen deutschsprachigen Residenten kann der Einstieg auch mit geringen Sprachkenntnissen funktionieren. Langfristig empfehlen wir trotzdem, Spanisch zu lernen.

Kann ich erst nach Spanien ziehen und die Formalitäten dort erledigen?

Vieles kann tatsächlich vor Ort organisiert werden. Wichtig ist, dass die gesetzlichen Fristen eingehalten werden und insbesondere Krankenversicherung, finanzielle Situation und wichtige Dokumente nicht ungeklärt bleiben.

Wie viel Geld brauche ich zum Auswandern nach Spanien?

Eine seriöse Pauschalsumme gibt es nicht. Benötigte Rücklagen hängen unter anderem von Wohnort, Miete, Einkommen, Familiengröße, Arbeitsplatz und persönlichem Lebensstil ab. Wer noch kein gesichertes Einkommen hat, sollte entsprechend mehr Reserve einplanen.

Wo in Spanien leben viele Deutsche?

Deutschsprachige Gemeinschaften findet man insbesondere in verschiedenen Küsten- und Ferienregionen sowie auf den Balearen und Kanaren. Ob eine große deutsche Community ein Vorteil ist, hängt von den eigenen Wünschen ab. Für den Einstieg kann sie sehr hilfreich sein.

Ist Spanien noch günstig zum Leben?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Wohnkosten unterscheiden sich erheblich zwischen Regionen und sind in vielen gefragten Gebieten stark gestiegen. Auch Lebensmittel sind nicht überall deutlich günstiger als in Deutschland. Gleichzeitig können bestimmte Dienstleistungen, Gastronomie und andere Alltagskosten günstiger ausfallen.

Ist Auswandern nach Spanien schwer?

Unsere persönliche Erfahrung ist: Es ist weniger schwierig, als man vorher häufig denkt. Gute Vorbereitung hilft, aber man muss nicht vor der Abreise jedes Detail gelöst haben. Viele Dinge können nach der Ankunft Schritt für Schritt organisiert werden.

Fazit: Wir würden heute eher früher als später auswandern

Unsere eigene Auswanderung nach Spanien war kein spontaner Sprung ins Ungewisse.

Wir hatten zunächst eine Wohnung auf den Kanaren und haben uns ungefähr zwei Jahre Zeit gelassen, bevor wir vollständig umgezogen sind.

Dadurch wussten wir bereits, was uns erwartet.

Rückblickend war das für uns ein guter Weg. Wir würden heute vielleicht einige Dinge noch besser vorbereiten – aber grundsätzlich nicht viel anders machen.

Vor allem würden wir uns von der Bürokratie nicht abschrecken lassen.

NIE, Empadronamiento, EU-Registrierung, Krankenversicherung, Bank und Steuern wirken zunächst wie eine große Ansammlung komplizierter Themen. Wenn man sie einzeln und in der richtigen Reihenfolge angeht, wird daraus eine überschaubare Reihe von Aufgaben.

Gerade in Regionen mit vielen deutschen Residenten ist der Einstieg zusätzlich leichter. Man bekommt Tipps, findet deutschsprachige Ansprechpartner und kann sich schnell orientieren.

Das sollte allerdings nicht dazu führen, dauerhaft in einer deutschen Blase zu bleiben. Spanisch zu lernen und das tatsächliche Leben vor Ort kennenzulernen gehört für uns zu einer gelungenen Auswanderung dazu.

Man muss nicht alles perfekt vorbereitet haben. Man sollte wissen, wo man leben möchte, wie man seinen Lebensunterhalt finanziert, wie man krankenversichert ist und welche wichtigen Formalitäten nach der Ankunft anstehen.

Der Rest lässt sich Schritt für Schritt lösen.

Und wenn wir heute noch einmal vor der Entscheidung stehen würden, nach Spanien auszuwandern?

Wir würden wahrscheinlich nicht länger warten, sondern eher früher als später gehen.