Leben in Spanien: Kosten, Sprache und Alltag für Auswanderer

Wie lebt es sich wirklich in Spanien? Diese Frage lässt sich nicht allein mit einer Tabelle über Mieten, Lebensmittelpreise und Durchschnittsgehälter beantworten. Das Leben in einem touristischen Küstenort kann völlig anders aussehen als wenige Kilometer entfernt in einem kleinen spanischen Dorf.

Auch die eigenen Gewohnheiten spielen eine große Rolle. Wer ausschließlich dort einkauft, isst und ausgeht, wo sich Touristen aufhalten, kann Spanien als deutlich teurer erleben als jemand, der lokale Geschäfte, Märkte und kleinere Orte nutzt.

Wir leben selbst auf den Kanarischen Inseln und haben über die Jahre festgestellt, dass sich das Leben verändert, sobald man die touristischen Zentren verlässt. Plötzlich wird Spanisch wichtiger, Restaurants und Bars können günstiger werden und man kommt wesentlich stärker mit den Menschen vor Ort in Kontakt.

Dieser Ratgeber erklärt, was Auswanderer beim Alltag in Spanien erwartet und welche Erfahrungen wir insbesondere auf den Kanaren gemacht haben.

Ist das Leben in Spanien noch günstig?

Spanien pauschal als günstiges Land zu bezeichnen, wird der Realität nicht gerecht.

Die Ausgaben spanischer Haushalte sind in den vergangenen Jahren gestiegen. Nach Angaben des spanischen Statistikamtes INE lagen die durchschnittlichen Haushaltsausgaben 2025 bei 35.101 Euro und damit 3,1 Prozent über dem Vorjahr.

Besonders stark stiegen die durchschnittlichen Ausgaben für Wohnen, Wasser, Strom, Gas und andere Brennstoffe. Auch für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke gaben Haushalte mehr aus.

Solche Durchschnittswerte sagen allerdings nur begrenzt etwas darüber aus, was ein einzelner Auswanderer tatsächlich benötigt.

Entscheidend sind Wohnort, Wohnsituation, Mobilität und Lebensstil.

Touristenort und Dorf können zwei verschiedene Welten sein

Diese Unterschiede erleben wir auf Teneriffa besonders deutlich.

Wer sich hauptsächlich in bekannten Orten wie Puerto de la Cruz bewegt, bekommt ein anderes Preisniveau zu sehen als jemand, der regelmäßig in kleinere Orte und Dörfer fährt.

Nach unserer Erfahrung können Essen und Getränke außerhalb der touristisch geprägten Zentren erheblich günstiger sein.

Das bedeutet nicht, dass jedes Dorf automatisch billig und jeder Touristenort teuer ist. Aber es lohnt sich, den eigenen Radius zu erweitern.

Man spart dabei unter Umständen nicht nur Geld. Man lernt gleichzeitig eine andere Seite der Insel kennen.

Lebensmittel in Spanien: Nicht nur im Supermarkt einkaufen

Supermärkte sind bequem und gehören selbstverständlich zum spanischen Alltag. Wer seine Lebensmittel aber ausschließlich dort kauft, übersieht interessante Alternativen.

Eine davon sind die vielerorts vorhandenen Fruterías.

Unsere Erfahrung: Fruterías unbedingt ausprobieren

Auf den Kanaren kaufen wir Obst und Gemüse gerne in Fruterías.

Nach unserer Erfahrung sind die Preise dort häufig deutlich günstiger als im klassischen Supermarkt. Gleichzeitig findet man oft lokale oder regionale Produkte und nicht ausschließlich standardisierte Massenware.

Gerade bei Obst und Gemüse lohnt es sich deshalb, verschiedene Geschäfte auszuprobieren.

Wer neu in Spanien ist, sollte nicht automatisch seine Einkaufsgewohnheiten aus Deutschland übernehmen. Ein kleiner lokaler Laden kann bei bestimmten Produkten interessanter sein als der große Supermarkt.

Preise vergleichen statt einen einzigen Laden nutzen

Auch in Spanien unterscheiden sich die Preise zwischen Geschäften und Regionen.

Wir würden deshalb nicht versuchen, den einen „billigsten Supermarkt Spaniens“ zu finden. Sinnvoller ist eine Mischung: Supermarkt für bestimmte Einkäufe, Frutería für Obst und Gemüse und lokale Geschäfte dort, wo Preis und Qualität überzeugen.

Mit der Zeit entwickelt man so seine eigenen Einkaufswege.

Essen und Trinken außerhalb der Touristenzentren

Restaurants und Bars gehören für viele Menschen zur spanischen Lebensqualität.

Aber auch hier bestimmt der Standort einen Teil des Preises.

In touristischen Zentren zahlt man häufig für Lage, Aussicht und die entsprechende Nachfrage mit. Schon wenige Kilometer entfernt kann die Situation anders aussehen.

Unsere Erfahrung in den Dörfern Teneriffas

Wir fahren gerne aus den touristischen Gebieten heraus und besuchen kleinere Orte.

Dort erleben wir Essen und Getränke häufig als erheblich günstiger. Gleichzeitig haben wir die Menschen dort meist als ausgesprochen freundlich kennengelernt.

Gerade solche Ausflüge zeigen, warum man das Leben auf den Kanaren nicht ausschließlich anhand der großen Ferienorte beurteilen sollte.

Wer nur zwischen Wohnung, Supermarkt und touristischer Promenade unterwegs ist, erlebt nur einen kleinen Ausschnitt des Lebens auf der Insel.

Spanisch lernen: Muss man in Spanien Spanisch sprechen?

Grundsätzlich kann man in touristisch geprägten Regionen erstaunlich weit kommen, ohne perfekt Spanisch zu sprechen.

Das bedeutet aber nicht, dass Spanisch überflüssig wäre.

Auf den Kanaren kommt man teilweise sogar mit Deutsch weiter

Unsere Erfahrung auf den Kanaren ist, dass in touristischen Gebieten erstaunlich viele Menschen zumindest etwas Deutsch verstehen. Hinzu kommen Englisch und die vielen deutschsprachigen Dienstleister, die sich auf ausländische Residenten und Urlauber eingestellt haben.

Für die ersten Wochen und Monate kann das vieles erleichtern.

Wer dauerhaft hier lebt, sollte sich darauf aber nicht verlassen.

Außerhalb der Touristengebiete verändert sich die Situation

Besonders deutlich wird das, wenn man in kleinere Orte oder in die Bergregionen fährt.

Dort ist Spanisch nach unserer Erfahrung praktisch unverzichtbar, wenn man wirklich mit den Menschen ins Gespräch kommen möchte.

Und genau das lohnt sich.

Wir haben gerade in den Bergregionen sehr freundliche Menschen kennengelernt. Es macht Spaß, sich zu unterhalten, Menschen wiederzutreffen und mit der Zeit nicht mehr nur als ausländischer Besucher aufzutreten.

Dafür braucht man kein perfektes Spanisch. Schon die Bereitschaft, die Sprache zu sprechen und weiterzulernen, verändert den Alltag erheblich.

Spanisch eröffnet eine andere Seite des Landes

Der größte Vorteil der Sprache besteht deshalb nicht darin, eine Speisekarte lesen zu können.

Spanisch erweitert den eigenen Lebensraum.

Man ist weniger darauf angewiesen, einen deutschsprachigen Arzt, Handwerker, Vermieter oder Dienstleister zu finden. Man versteht Gespräche besser und kann auch Angebote nutzen, die sich nicht speziell an Ausländer richten.

Vor allem aber entstehen Kontakte, die ohne gemeinsame Sprache kaum möglich wären.

Wer dauerhaft in Spanien leben möchte, sollte Spanisch deshalb nicht nur als bürokratische Notwendigkeit betrachten. Die Sprache ist ein wichtiger Teil der Integration in den Alltag.

Strom in Spanien: Anbieter und Tarif vergleichen

Strom gehört zu den laufenden Kosten, bei denen sich ein Vergleich lohnen kann.

Auf dem spanischen Strommarkt gibt es unterschiedliche Anbieter und Tarife. Deshalb sollte man einen bestehenden Vertrag nicht jahrelang ungeprüft weiterlaufen lassen.

Unsere Stromkosten haben sich deutlich erhöht

Wir haben diese Entwicklung selbst bei einer kleinen Studiowohnung auf Teneriffa erlebt.

Vor ungefähr fünf Jahren lagen unsere Stromkosten bei vergleichbarem Verbrauch bei etwa 25 Euro im Monat. Heute bewegen sie sich eher zwischen 55 und 65 Euro.

Das ist unsere persönliche Erfahrung und kein allgemeiner Durchschnittswert für Teneriffa oder Spanien. Sie zeigt aber, warum man seinen Stromvertrag regelmäßig kontrollieren sollte.

Nicht automatisch beim bekanntesten Anbieter bleiben

Endesa gehört zu den großen und bekannten Anbietern. Bekanntheit bedeutet aber nicht automatisch, dass der eigene Vertrag das günstigste Angebot darstellt.

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass sich ein Vergleich mit alternativen Anbietern beziehungsweise anderen Tarifen lohnen kann.

Dabei sollte nicht nur der Preis pro Kilowattstunde betrachtet werden. Auch Grundpreis, Vertragsbedingungen, Zusatzleistungen und die konkrete Tarifstruktur können die Rechnung beeinflussen.

Ein Anbieterwechsel ist in Spanien nichts Außergewöhnliches. Wer mit seinem Tarif unzufrieden ist, sollte deshalb vergleichen, statt hohe Kosten einfach hinzunehmen.

Internet in Spanien: Glasfaser ist weit verbreitet

Beim Internet hat Spanien einen großen Vorteil: Schnelle Glasfaseranschlüsse sind inzwischen sehr weit verbreitet.

Nach dem offiziellen spanischen Breitbandbericht für 2025 erreicht Glasfaser rund 96 Prozent der Haushalte. Selbst in ländlichen Gebieten liegt die Glasfaserabdeckung bei knapp 89 Prozent.

Gigabit-fähige Festnetze erreichen ebenfalls fast 95 Prozent der Haushalte.

Für Auswanderer, die von zu Hause arbeiten oder auf eine zuverlässige Internetverbindung angewiesen sind, ist das ein wichtiger Punkt.

Unsere Erfahrung: Fibra gibt es an erstaunlich vielen Orten

Auch auf Teneriffa erleben wir, dass Fibra keineswegs nur in den großen Städten verfügbar ist.

Selbst an vielen Orten, an denen man aufgrund der Lage vielleicht kein schnelles Festnetz erwarten würde, ist ein Glasfaseranschluss möglich.

Die verfügbaren Tarife können zudem vergleichsweise günstig sein.

Vor der Anmietung oder dem Kauf einer konkreten Wohnung sollte man die Verfügbarkeit trotzdem anhand der exakten Adresse prüfen. Eine hohe Abdeckung bedeutet nicht, dass wirklich jedes einzelne Gebäude angeschlossen werden kann.

Festnetz und mobiles Internet sind zwei verschiedene Dinge

Eine gute Fibra-Abdeckung bedeutet nicht automatisch, dass mobiles Internet überall gleich schnell funktioniert.

Das erleben wir derzeit selbst auf Teneriffa.

Unsere Erfahrung mit mobilem Internet auf Teneriffa

Wir nutzen unter anderem mobiles Internet über DIGI und haben dabei deutliche Schwankungen erlebt.

Bei unseren eigenen Messungen erreichte das Smartphone beispielsweise mittags ungefähr 30 Mbit/s im Download. Am Abend waren es zeitweise nur noch etwa 8 Mbit/s.

Das ist ausdrücklich keine allgemeine Aussage über DIGI oder über die Mobilfunkversorgung Teneriffas. Mobilfunkgeschwindigkeit hängt unter anderem vom Standort, der verwendeten Funkzelle, Netzlast, Gebäude und Endgerät ab.

Unsere Erfahrung zeigt aber einen wichtigen Punkt: Wer beruflich auf eine stabile Internetverbindung angewiesen ist, sollte einen verfügbaren Fibra-Anschluss gegenüber einer dauerhaften Mobilfunklösung zumindest prüfen.

Ein neuer mobiler Router löst beispielsweise wenig, wenn die eigentliche Begrenzung im Mobilfunknetz liegt.

Internet vor der Wohnungsentscheidung prüfen

Wer im Homeoffice arbeitet, ein Unternehmen online betreibt oder regelmäßig große Datenmengen überträgt, sollte die Internetversorgung bereits vor Unterzeichnung eines Miet- oder Kaufvertrags kontrollieren.

Dabei würden wir drei Dinge prüfen:

  • Ist an der konkreten Adresse Fibra verfügbar?
  • Welche Anbieter können tatsächlich einen Anschluss schalten?
  • Welche Mobilfunknetze funktionieren als mögliche Backup-Verbindung innerhalb der Wohnung?

Gerade der letzte Punkt lässt sich nicht zuverlässig anhand einer allgemeinen Netzabdeckung beurteilen. Eine Wohnung mit dicken Mauern oder ungünstiger Lage kann ein völlig anderes Ergebnis liefern als die Straße direkt davor.

Öffnungszeiten: Spanien funktioniert nicht überall gleich

Beim Thema Öffnungszeiten halten sich viele vereinfachte Vorstellungen über Spanien.

Die Realität ist regional und je nach Geschäft sehr unterschiedlich.

Große Supermärkte, Einkaufszentren, kleine Geschäfte, Behörden, Restaurants und lokale Läden haben jeweils andere Zeiten. In touristischen Regionen gelten teilweise zusätzliche Möglichkeiten für Sonntags- und Feiertagsöffnungen.

Auf den Kanaren können Händler ihre Wochenöffnungszeiten innerhalb des gesetzlichen Rahmens grundsätzlich selbst festlegen. Für bestimmte Sonn- und Feiertage bestehen besondere Regelungen.

Deshalb ist es sinnvoller, die tatsächlichen Öffnungszeiten eines Geschäfts zu prüfen, als sich auf die pauschale Vorstellung zu verlassen, in Spanien sei mittags grundsätzlich alles geschlossen.

Der Alltag wird einfacher, wenn man sich an Spanien anpasst

Viele Schwierigkeiten nach einer Auswanderung entstehen nicht unbedingt deshalb, weil etwas schlechter funktioniert. Manchmal funktioniert es einfach anders als gewohnt.

Wer ständig erwartet, dass Behörden, Geschäfte, Handwerker oder Dienstleister genauso arbeiten wie in Deutschland, wird sich häufiger ärgern.

Mit der Zeit lernt man, welche Dinge einen Termin benötigen, wo man nachfragen muss, welche Geschäfte für bestimmte Einkäufe interessant sind und wen man bei einem Problem ansprechen kann.

Diese lokalen Kenntnisse sind im Alltag oft wichtiger als theoretisches Wissen über Spanien.

Kontakte vor Ort sind viel wert

Das gilt besonders für Menschen, die dauerhaft in Spanien leben.

Ein guter Kontakt zu Nachbarn, Geschäftsleuten oder anderen Menschen im Ort kann bei ganz praktischen Fragen helfen: Welcher Handwerker ist zuverlässig? Wo bekommt man etwas repariert? Welches Geschäft hat ein bestimmtes Produkt? Wer kennt sich mit einem bestimmten Problem aus?

Gerade in kleineren Orten entstehen solche Kontakte häufig erst, wenn man selbst offen auf die Menschen zugeht.

Auch hier hilft Spanisch enorm.

Tourist sein und in Spanien leben sind zwei verschiedene Dinge

Ein Urlaub vermittelt nur einen kleinen Ausschnitt des Landes.

Im Urlaub interessieren Mietvertrag, Stromanbieter, Internetanschluss, Steuertermine oder Behördengänge kaum. Als Resident werden genau diese Dinge plötzlich Teil des Alltags.

Gleichzeitig entdeckt man Seiten des Landes, die im Urlaub häufig verborgen bleiben.

Man kennt irgendwann die kleinen Geschäfte, fährt in Orte ohne touristische Attraktionen, hat seine bevorzugten Restaurants und trifft Menschen wieder.

Genau an diesem Punkt beginnt aus unserer Sicht das tatsächliche Leben in Spanien.

Wie kann man die Lebenshaltungskosten in Spanien senken?

Es gibt keinen einzelnen Trick, mit dem Spanien plötzlich billig wird. Viele kleine Entscheidungen können zusammengenommen aber einen erheblichen Unterschied machen.

Aus unserer Erfahrung würden wir insbesondere folgende Punkte berücksichtigen:

  • nicht ausschließlich in den teuersten touristischen Lagen wohnen und einkaufen,
  • kleinere Orte und Dörfer kennenlernen,
  • Obst und Gemüse auch in Fruterías kaufen,
  • Preise verschiedener Geschäfte vergleichen,
  • Stromtarif und Anbieter regelmäßig kontrollieren,
  • bei Internet und Mobilfunk unterschiedliche Anbieter prüfen,
  • vor einer Wohnungsentscheidung die tatsächlichen laufenden Kosten ermitteln,
  • Spanisch lernen, um nicht ausschließlich auf Angebote für Ausländer angewiesen zu sein.

Die Wohnkosten bleiben der entscheidende Faktor

Bei allen Spartipps darf ein Punkt nicht übersehen werden: Wohnen macht einen erheblichen Teil der Haushaltsausgaben aus.

Die spanische Haushaltsstatistik zeigt, dass Wohnen, Wasser, Strom, Gas und andere Brennstoffe 2025 durchschnittlich rund ein Drittel der gesamten Haushaltsausgaben ausmachten.

Deshalb entscheidet die Wahl des Wohnorts wesentlich stärker über die persönlichen Lebenshaltungskosten als die Frage, ob ein Kilo Obst einige Cent günstiger gekauft wird.

Gerade in beliebten Küsten- und Tourismusgebieten sollte deshalb nicht automatisch davon ausgegangen werden, dass das Leben günstiger als in Deutschland sein wird.

Die Themen Miete, Immobilienkauf und laufende Wohnkosten behandeln wir deshalb ausführlicher in unseren separaten Ratgebern zum Wohnen in Spanien.

Was kostet das Leben in Spanien wirklich?

Eine pauschale Monatszahl halten wir für wenig hilfreich.

Eine Person mit günstiger eigener Wohnung in einem kleineren Ort hat völlig andere Kosten als eine Familie, die eine große Mietwohnung in einer touristisch stark nachgefragten Küstenregion benötigt.

Auch Auto, Restaurantbesuche, Reisen, private Versicherungen und Freizeit können die monatlichen Ausgaben stark verändern.

Wer eine Auswanderung plant, sollte deshalb sein eigenes Budget berechnen.

Diese Kosten würden wir vor dem Umzug kalkulieren

  • Miete oder Finanzierung der Immobilie,
  • Strom und Wasser,
  • Internet und Mobilfunk,
  • Lebensmittel,
  • Auto beziehungsweise öffentliche Verkehrsmittel,
  • Versicherungen,
  • Gesundheitskosten, sofern diese nicht vollständig über das öffentliche System abgedeckt sind,
  • Freizeit und Restaurantbesuche,
  • Rücklagen für unerwartete Ausgaben.

Erst diese persönliche Rechnung zeigt, ob das eigene Leben in Spanien tatsächlich günstiger wird.

Unsere Erfahrung: Raus aus den touristischen Zentren

Wenn wir einen einzigen Alltagstipp für das Leben auf den Kanaren geben müssten, wäre es dieser: Nicht nur dort bleiben, wo Urlauber sind.

Fahrt in die Dörfer. Geht in eine Frutería. Probiert eine kleine Bar abseits der touristischen Straßen aus. Lernt genug Spanisch, um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen.

Nach unserer Erfahrung wird das Leben dadurch nicht nur teilweise günstiger, sondern vor allem interessanter.

Gerade die Begegnungen mit Menschen außerhalb der touristischen Zentren gehören für uns zu den positiven Seiten des Lebens auf den Kanaren.

Typische Fehler beim Leben in Spanien

  • Spanien grundsätzlich für ein Billigland halten,
  • Lebenshaltungskosten ausschließlich anhand von Urlaubserfahrungen kalkulieren,
  • nur touristische Gegenden kennenlernen,
  • dauerhaft vollständig auf Deutsch oder Englisch setzen,
  • Obst und Gemüse ausschließlich im Supermarkt kaufen, ohne lokale Alternativen auszuprobieren,
  • Strom-, Internet- und Mobilfunktarife jahrelang nicht vergleichen,
  • bei einer Wohnung nur auf die Miete und nicht auf die laufenden Kosten achten,
  • bei Homeoffice die Internetversorgung erst nach dem Einzug prüfen,
  • davon ausgehen, dass Alltag und Verwaltung genauso funktionieren wie in Deutschland.

Checkliste für den Alltag in Spanien

Wer neu nach Spanien zieht, kann sich den Einstieg mit einigen einfachen Schritten erleichtern:

  • erste Spanischkenntnisse aufbauen und im Alltag tatsächlich benutzen,
  • die Umgebung außerhalb der touristischen Zentren kennenlernen,
  • lokale Geschäfte und Fruterías ausprobieren,
  • monatliche Fixkosten dokumentieren,
  • Stromtarif prüfen und gegebenenfalls vergleichen,
  • Fibra-Verfügbarkeit an der eigenen Adresse prüfen,
  • Mobilfunkempfang direkt in der Wohnung testen,
  • lokale Kontakte aufbauen,
  • Öffnungszeiten und Terminregeln wichtiger Stellen kennenlernen,
  • finanzielle Rücklagen für unerwartete Ausgaben bilden.

Hilfe beim Leben und Ankommen in Spanien

Viele Probleme nach einer Auswanderung sind keine großen rechtlichen oder bürokratischen Probleme. Häufig fehlt einfach jemand, der weiß, wie etwas vor Ort funktioniert.

Genau hier setzt SpanienHelfer an.

Wir können bei der praktischen Organisation unterstützen, Ansprechpartner suchen, Termine vorbereiten, bei Behördengängen oder Arztbesuchen begleiten und dort geeignete Fachleute vermitteln, wo professionelle Unterstützung benötigt wird.

Dazu können je nach Situation auch ganz alltägliche Aufgaben gehören – beispielsweise Unterstützung bei Anmeldungen, Verträgen, Fahrzeugangelegenheiten, Umzug, Handwerkern oder der Suche nach einem geeigneten Dienstleister.

SpanienHelfer soll dabei nicht jeden Spezialisten ersetzen. Unser Ansatz ist vielmehr: Wir kennen die Wege, organisieren den Ablauf und bringen dort den richtigen Ansprechpartner ins Spiel, wo er benötigt wird.

FAQ zum Leben in Spanien

Ist das Leben in Spanien günstiger als in Deutschland?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Besonders die Wohnkosten unterscheiden sich stark nach Region und Ort. Auch der persönliche Lebensstil hat großen Einfluss. In touristisch stark nachgefragten Gebieten kann das Leben deutlich teurer sein als in kleineren Orten.

Kommt man in Spanien mit Deutsch zurecht?

In manchen touristischen Gebieten, insbesondere auf den Kanaren, haben wir die Erfahrung gemacht, dass erstaunlich viele Menschen etwas Deutsch verstehen. Für ein dauerhaftes Leben in Spanien sind Spanischkenntnisse trotzdem sehr empfehlenswert und außerhalb touristischer Gebiete wesentlich wichtiger.

Brauche ich perfektes Spanisch?

Nein. Man muss nicht perfekt Spanisch sprechen, um erste Gespräche zu führen und seinen Alltag zu bewältigen. Nach unserer Erfahrung ist die Bereitschaft zu sprechen und weiterzulernen wichtiger als grammatische Perfektion.

Ist schnelles Internet in Spanien verfügbar?

Ja, in großen Teilen des Landes. Die offizielle Breitbandstatistik für 2025 weist eine Glasfaserabdeckung von rund 96 Prozent der Haushalte aus. Auch ländliche Gebiete sind inzwischen sehr gut erschlossen. Die konkrete Verfügbarkeit sollte trotzdem immer anhand der jeweiligen Adresse geprüft werden.

Ist Glasfaser auch auf den Kanaren verbreitet?

Nach unserer persönlichen Erfahrung ist Fibra auf Teneriffa an sehr vielen Orten verfügbar, auch außerhalb der großen Zentren. Vor Abschluss eines Miet- oder Kaufvertrags sollte die konkrete Adresse dennoch beim Anbieter geprüft werden.

Ist mobiles Internet eine Alternative zu Fibra?

Das kann funktionieren, hängt aber stark vom Standort und der Netzauslastung ab. Wir haben auf Teneriffa selbst erhebliche Geschwindigkeitsschwankungen im Mobilfunk erlebt. Wer beruflich eine stabile Verbindung benötigt, sollte deshalb einen verfügbaren Festnetzanschluss prüfen.

Sind Fruterías wirklich günstiger?

Nach unserer Erfahrung auf den Kanaren häufig ja, insbesondere bei Obst und Gemüse. Das lässt sich jedoch nicht auf jedes Geschäft und jedes Produkt übertragen. Vergleichen lohnt sich.

Sind Restaurants in spanischen Dörfern günstiger?

Nach unserer Erfahrung finden wir außerhalb stark touristischer Gebiete häufig deutlich günstigere Angebote für Essen und Getränke. Auch das ist keine allgemeine Preisgarantie, sondern hängt vom konkreten Ort und Lokal ab.

Sollte man in Spanien den Stromanbieter vergleichen?

Ja. Es gibt unterschiedliche Anbieter und Tarifmodelle. Wer seine Stromkosten senken möchte, sollte deshalb nicht nur den Verbrauch betrachten, sondern auch prüfen, ob Tarif und Anbieter noch zur eigenen Situation passen.

Fazit: Spanien wird interessanter, wenn man sich auf das Land einlässt

Das Leben in Spanien besteht aus wesentlich mehr als Sonne, Strand und günstigen Restaurantpreisen.

Wohnkosten sind gestiegen, Lebensmittel kosten mehr als früher und auch Strom kann einen spürbaren Teil des monatlichen Budgets ausmachen. Gleichzeitig gibt es viele Möglichkeiten, den Alltag bewusst zu gestalten.

Nach unserer Erfahrung macht es einen großen Unterschied, ob man ausschließlich in touristischen Zentren lebt oder auch kleinere Orte kennenlernt, lokal einkauft und versucht, Spanisch zu sprechen.

Eine Frutería statt ausschließlich Supermarkt, ein Restaurant im Dorf statt immer an der touristischen Promenade, ein Stromtarifvergleich und ein günstiger Fibra-Anschluss sind jeweils kleine Entscheidungen. Zusammen können sie den Alltag und die Kosten deutlich beeinflussen.

Der vielleicht wichtigste Unterschied lässt sich aber nicht in Euro messen.

Wer Spanisch lernt und mit den Menschen vor Ort ins Gespräch kommt, erlebt eine andere Seite Spaniens. Gerade auf Teneriffa haben wir in den kleineren Orten und Bergregionen viele freundliche Begegnungen erlebt.

Aus einem Ort, an dem man zunächst als Auswanderer ankommt, kann so mit der Zeit ein Ort werden, an dem man tatsächlich lebt.