Bankkonto in Spanien: Konto eröffnen als Resident und Nichtresident

Ein spanisches Bankkonto gehört für viele Auswanderer zu den ersten praktischen Dingen, um die sie sich kümmern. Miete, Strom, Wasser, Versicherungen, Telefon, Steuern und andere regelmäßige Zahlungen lassen sich damit einfacher organisieren. Wer dauerhaft in Spanien lebt, wird deshalb früher oder später mit einer spanischen Bank zu tun haben.

Die Kontoeröffnung ist grundsätzlich kein außergewöhnlich komplizierter Vorgang. Trotzdem gibt es einige Punkte, die gerade für Neuankömmlinge überraschend sein können. Banken unterscheiden zwischen Residenten und Nichtresidenten, verlangen unterschiedliche Unterlagen und können für scheinbar ähnliche Konten sehr unterschiedliche Gebühren berechnen.

Mindestens ebenso wichtig wie der Preis ist inzwischen der Service. Viele spanische Banken haben ihre Filialen stark auf digitale Abläufe umgestellt. Persönliche Beratung findet häufig nur nach Termin statt, klassische Kassenschalter werden weniger und ein großer Teil der täglichen Bankgeschäfte läuft über App, Onlinebanking oder Geldautomat.

Wer noch wenig Spanisch spricht, sollte deshalb nicht nur fragen: Welche Bank ist am günstigsten? Mindestens genauso wichtig ist die Frage: Bei welcher Bank komme ich zurecht, wenn einmal etwas nicht funktioniert?

Braucht man als Auswanderer ein spanisches Bankkonto?

Ein spanisches Konto ist nicht für jede einzelne Zahlung zwingend vorgeschrieben. Innerhalb des europäischen Zahlungsraums können viele Zahlungen grundsätzlich auch über ein Konto in einem anderen EU-Land abgewickelt werden.

In der Praxis kann ein spanisches Konto das Leben jedoch deutlich erleichtern. Das gilt besonders, wenn man dauerhaft in Spanien wohnt, regelmäßig spanische Rechnungen bezahlt oder mit Behörden, Versorgungsunternehmen und lokalen Dienstleistern zu tun hat.

Typische Verwendungszwecke sind:

  • Miete oder Hypothek,
  • Strom und Wasser,
  • Internet und Mobilfunk,
  • Versicherungen,
  • Gemeinschaftskosten einer Immobilie,
  • Steuern und kommunale Abgaben,
  • Gehalt oder Rente,
  • Lastschriften und regelmäßige Zahlungen,
  • Bizum und andere in Spanien verbreitete Zahlungsdienste.

Wer nur einige Wochen im Jahr in Spanien verbringt, hat andere Anforderungen als jemand, der seinen Lebensmittelpunkt vollständig nach Spanien verlegt. Deshalb sollte die Auswahl des Kontos von der tatsächlichen Nutzung abhängen.

Resident oder Nichtresident: Warum die Bank danach fragt

Bei der Kontoeröffnung spielt eine wichtige Rolle, ob man in Spanien als Resident beziehungsweise steuerlich entsprechend eingeordnet ist oder weiterhin im Ausland lebt.

Banken bieten deshalb unterschiedliche Kontomodelle und Eröffnungsverfahren an. Ein Deutscher, der weiterhin in Deutschland lebt und lediglich eine Ferienimmobilie in Spanien besitzt, kann beispielsweise andere Unterlagen benötigen als jemand, der dauerhaft in Spanien lebt.

Ein häufiger Fehler besteht darin, alle ausländischen Kunden einfach als „Nichtresidenten“ zu betrachten. Wer bereits dauerhaft in Spanien lebt und seine entsprechenden Dokumente besitzt, sollte der Bank seine tatsächliche Situation mitteilen.

Ändert sich der Status später, sollte auch die Bank darüber informiert werden.

Kann man als Nichtresident ein Bankkonto in Spanien eröffnen?

Ja. Mehrere spanische Banken bieten ausdrücklich Konten beziehungsweise Eröffnungsverfahren für Personen an, die nicht in Spanien wohnen.

Die Voraussetzungen unterscheiden sich allerdings erheblich.

Je nach Bank, Herkunftsland und Kontomodell kann die Eröffnung online möglich sein oder einen Besuch in einer Filiale erfordern. Auch die verlangten Dokumente unterscheiden sich.

Deshalb sollte man nicht automatisch davon ausgehen, dass für jedes spanische Konto zunächst eine vollständige Residencia erforderlich ist.

Ebenso sollte man aber nicht davon ausgehen, dass ein Reisepass bei jeder Bank und für jedes Kontomodell ausreicht.

Welche Unterlagen braucht man für ein spanisches Bankkonto?

Eine allgemeingültige Dokumentenliste für jede Bank gibt es nicht. Banken müssen ihre Kunden identifizieren und können je nach Konto, Wohnsitz und persönlicher Situation unterschiedliche Unterlagen verlangen. Bei EU-Bürgern können dazu insbesondere Personalausweis oder Reisepass und die NIE beziehungsweise entsprechende spanische Registrierungs- und Identifikationsdokumente gehören. Bei Nichtresidenten kann zusätzlich ein Nachweis des Nichtresidentenstatus erforderlich sein. Außerdem können Banken Informationen und Nachweise zur wirtschaftlichen Tätigkeit, steuerlichen Situation und Herkunft von Geldern verlangen.

Je nach persönlicher Situation können unter anderem folgende Unterlagen relevant sein:

  • gültiger Personalausweis oder Reisepass,
  • NIE beziehungsweise entsprechendes spanisches Identifikationsdokument,
  • bei EU-Bürgern gegebenenfalls das Certificado de Registro de Ciudadano de la Unión,
  • Nachweis der Adresse,
  • spanische oder ausländische Steueridentifikationsnummer,
  • Arbeitsvertrag oder Gehaltsnachweise,
  • Rentennachweis,
  • Nachweise bei selbstständiger Tätigkeit,
  • gegebenenfalls Nachweise über Herkunft und Zweck größerer Geldbeträge.

Welche Unterlagen tatsächlich verlangt werden, sollte man vor dem Termin bei der konkreten Bank erfragen.

Warum fragt die Bank nach Einkommen und Herkunft des Geldes?

Manche Auswanderer sind überrascht, wenn die Bank nicht nur den Ausweis sehen möchte, sondern Fragen zu Beruf, Einkommen, Steuerstatus oder Herkunft des Geldes stellt.

Das ist nicht ungewöhnlich. Banken müssen Vorschriften zur Identifizierung ihrer Kunden sowie zur Verhinderung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung erfüllen.

Bei ungewöhnlichen oder größeren Transaktionen können deshalb zusätzliche Nachweise verlangt werden.

Wer beispielsweise nach einem Immobilienverkauf einen hohen Betrag nach Spanien überweist, sollte damit rechnen, dass die Bank Unterlagen zur Herkunft des Geldes anfordern kann.

Es ist sinnvoll, solche Dokumente aufzubewahren und bei größeren Transaktionen nicht erst nach einer Nachfrage der Bank danach zu suchen.

Die Gebühren unterscheiden sich teilweise erheblich

Bei der Auswahl einer Bank sollte man sich nicht nur den Namen der Bank ansehen. Entscheidend ist das konkrete Kontomodell.

Kontoführungs- und Verwaltungsgebühren können sich zwischen Banken und Produkten unterscheiden. Es gibt inzwischen verschiedene Onlinekonten ohne klassische Kontoführungsgebühr, während andere Konten Gebühren verlangen oder Vergünstigungen an bestimmte Voraussetzungen knüpfen.

Deshalb sollte man vor der Kontoeröffnung konkret prüfen:

  • Kontoführungsgebühr,
  • Verwaltungsgebühren,
  • Kosten der Debitkarte,
  • Kosten einer Kreditkarte,
  • Gebühren für Überweisungen,
  • Kosten für Bargeldabhebungen an fremden Automaten,
  • Gebühren für bestimmte Schaltergeschäfte,
  • Kosten bei Zahlungen oder Abhebungen außerhalb des Euroraums,
  • Bedingungen für ein kostenloses Konto.

Besonders wichtig ist die Frage, ob ein kostenloses Konto wirklich ohne Bedingungen kostenlos ist oder ob beispielsweise Gehalt, Rente, regelmäßige Zahlungseingänge, Kartennutzung oder weitere Produkte erforderlich sind.

Unsere Erfahrung: CaixaBank war für uns deutlich teurer als BBVA

Wir haben selbst erlebt, wie unterschiedlich Bankangebote ausfallen können. Bei CaixaBank wurde uns ein Kontomodell angeboten, das für unsere Situation mit vergleichsweise hohen Kosten verbunden gewesen wäre.

Bei BBVA fanden wir für unsere Anforderungen ein günstigeres Angebot und haben dort insgesamt bessere Erfahrungen gemacht.

Das bedeutet nicht, dass CaixaBank grundsätzlich teuer und BBVA grundsätzlich günstig ist. Banken ändern ihre Kontomodelle und Konditionen, und für einen anderen Kunden kann ein anderes Angebot sinnvoller sein.

Unsere Erfahrung zeigt aber, warum man nicht das erstbeste Konto eröffnen sollte.

Vor der Unterschrift lohnt sich ein Vergleich der konkreten Konditionen.

Kostenlose Onlinekonten können interessant sein

Der spanische Bankenmarkt hat sich in den vergangenen Jahren stark digitalisiert. Mehrere Banken bieten inzwischen Konten an, die überwiegend online geführt werden und bei denen keine klassische Kontoführungsgebühr anfällt.

Solche Konten können für Auswanderer interessant sein, die mit Smartphone und Onlinebanking gut zurechtkommen.

Allerdings sollte man nicht ausschließlich auf die Angabe „0 Euro Kontoführungsgebühr“ achten.

Wichtig ist auch:

  • Welche Karte ist enthalten?
  • Wo kann kostenlos Bargeld abgehoben werden?
  • Gibt es eine Filiale in der Nähe?
  • Was kostet persönlicher Service?
  • Welche Überweisungen sind kostenlos?
  • Gibt es Bedingungen oder Mindestanforderungen?
  • Wie gut funktioniert die App?
  • Was passiert, wenn der Onlinezugang gesperrt ist?

Ein kostenloses Konto ist wenig hilfreich, wenn man bei einem Problem niemanden erreicht oder wichtige Funktionen nicht versteht.

Eine Bankfiliale ist heute nicht mehr automatisch eine klassische Bankfiliale

Wer das traditionelle deutsche Bild einer Bankfiliale mit mehreren Schaltern im Kopf hat, kann in Spanien überrascht werden.

Auch hier werden immer mehr Bankgeschäfte digital erledigt. Manche Filialen bieten nur noch eingeschränkten Kassendienst. Viele Vorgänge sollen am Automaten, über die App oder über das Onlinebanking erledigt werden.

Unsere Erfahrung bei CaixaBank ist beispielsweise, dass es inzwischen Filialen gibt, in denen kein klassischer Kassenschalter mehr vorhanden ist und nur noch ein Mitarbeiter für bestimmte Anliegen zur Verfügung steht. Viele Vorgänge müssen digital erledigt werden.

Das muss für technisch versierte Kunden kein Problem sein. Wer aber wenig Erfahrung mit Apps hat oder kaum Spanisch spricht, sollte diesen Punkt bei der Bankwahl berücksichtigen.

Für persönliche Beratung braucht man häufig einen Termin

Einfach in die Filiale gehen und erwarten, sofort ausführlich mit einem persönlichen Berater sprechen zu können, funktioniert nicht immer.

Unsere Erfahrung ist, dass für einen Bankmitarbeiter häufig ein Termin notwendig ist.

Bei BBVA empfinden wir die Terminvereinbarung als unkompliziert. Termine können digital vereinbart werden. Dadurch lässt sich ein konkreter Zeitpunkt auswählen, statt lange in der Filiale zu warten.

Auch für bestimmte Kassenvorgänge gibt es bei teilnehmenden BBVA-Filialen eine digitale Terminvereinbarung.

Wer eine Kontoeröffnung oder ein wichtiges Problem besprechen möchte, sollte deshalb vor dem Gang zur Filiale prüfen, ob vorher ein Termin gebucht werden kann oder muss.

Deutschsprachiger Service kann wichtiger sein als zehn Euro Gebührenunterschied

Für deutschsprachige Auswanderer sollte die Sprache bei der Bankwahl nicht unterschätzt werden.

Solange alles funktioniert, lässt sich ein Konto häufig problemlos über App und Onlinebanking bedienen. Schwierig wird es bei ungewöhnlichen Situationen:

  • Onlinebanking funktioniert nicht mehr,
  • Karte wurde gesperrt,
  • eine Überweisung wird zurückgehalten,
  • die Bank verlangt zusätzliche Dokumente,
  • eine Lastschrift muss reklamiert werden,
  • ein größeres Geldgeschäft soll durchgeführt werden,
  • eine Vollmacht oder Änderung der Kontoinhaber ist notwendig.

Dann kann ein deutschsprachiger Ansprechpartner erheblich wichtiger sein als ein kleiner Preisunterschied bei den jährlichen Kontokosten.

Gerade in Regionen mit vielen ausländischen Residenten gibt es Filialen mit Mitarbeitern, die Deutsch oder Englisch sprechen. Das sollte man jedoch bei der konkreten Filiale erfragen. Nur weil eine große Bank irgendwo deutschsprachigen Service anbietet, bedeutet das nicht, dass in jeder Filiale ein deutschsprachiger Mitarbeiter verfügbar ist.

Unsere Erfahrung mit deutschsprachiger Betreuung

Bei BBVA haben wir persönlich gute Erfahrungen mit deutschsprachigen Ansprechpartnern gemacht. Zusammen mit der relativ unkomplizierten Terminvereinbarung ist das für uns ein wichtiger Grund, weshalb wir mit dieser Bank gut zurechtkommen.

Das ist unsere persönliche Erfahrung und keine allgemeine Bewertung sämtlicher BBVA-Filialen.

Bei einer Bank ist der konkrete Mitarbeiter beziehungsweise die konkrete Filiale oft mindestens genauso wichtig wie der Name auf dem Gebäude.

Unsere Erfahrung mit Santander in Puerto de la Cruz

Auch das zeigt sich an unseren Erfahrungen mit Santander. In einer Filiale in Puerto de la Cruz haben wir den persönlichen Umgang als ausgesprochen unfreundlich erlebt.

Wir würden daraus jedoch nicht ableiten, dass der Service in sämtlichen Santander-Filialen gleich ist.

Interessanterweise bietet Santander aktuell auch digitale Kontomodelle an, darunter ein Onlinekonto für bestimmte Nichtresidenten, das unter bestimmten Voraussetzungen mit Reisepass eröffnet werden kann.

Das zeigt den Unterschied zwischen einem Bankprodukt und einer konkreten Filialerfahrung: Ein Produkt kann interessant sein, während der persönliche Service an einem bestimmten Standort trotzdem nicht den eigenen Erwartungen entspricht.

Kleinere und regionale Banken können Vor- und Nachteile haben

Neben den großen spanischen Banken gibt es regionale und kleinere Institute. Diese sollte man nicht grundsätzlich ausschließen.

Eine kleinere Bank kann beispielsweise durch persönlichen Kontakt oder eine gute örtliche Präsenz interessant sein.

Bei einer kleineren regionalen Bank haben wir außerdem erlebt, dass Probleme mit dem Onlinebanking ohne gute Spanischkenntnisse schwierig zu lösen waren.

Gerade wer wenig Spanisch spricht, sollte sich deshalb die App und das Onlinebanking möglichst vor der endgültigen Entscheidung ansehen.

App und Onlinebanking vor der Bankwahl ernst nehmen

Früher war die Entfernung zur nächsten Filiale eines der wichtigsten Kriterien für die Bankwahl. Heute sollte die Qualität der digitalen Bank mindestens genauso wichtig sein.

Viele alltägliche Vorgänge werden inzwischen über Smartphone oder Browser erledigt:

  • Überweisungen,
  • Kontostand und Umsätze,
  • Bizum,
  • Kartenverwaltung,
  • Änderung von Limits,
  • Sperren von Karten,
  • Download von Kontoauszügen,
  • Kommunikation mit dem Berater,
  • Terminvereinbarung.

Wer mit einer App überhaupt nicht zurechtkommt, wird sich wahrscheinlich dauerhaft über die Bank ärgern – selbst wenn das Konto einige Euro günstiger ist.

Auch Bargeld sollte man vor der Bankwahl berücksichtigen

Obwohl Kartenzahlungen in Spanien weit verbreitet sind, spielt Bargeld weiterhin eine Rolle.

Deshalb sollte man prüfen, wie dicht das Automatennetz der gewählten Bank am eigenen Wohnort ist und welche Gebühren entstehen, wenn ein Automat einer anderen Bank genutzt wird.

Auch Einzahlungen von Bargeld sind nicht in jeder Filiale auf dieselbe Weise möglich. Teilweise werden solche Vorgänge zunehmend über Automaten abgewickelt.

Wer regelmäßig Bargeld einzahlen oder größere Bargeldgeschäfte durchführen muss, sollte dies vor der Kontoeröffnung mit der Bank klären.

Nichtresidentenkonto: Besonders auf Konditionen achten

Wer noch nicht in Spanien lebt, aber bereits ein Konto benötigt, sollte gezielt nach einem Konto für Nichtresidenten beziehungsweise einem dafür vorgesehenen Eröffnungsverfahren fragen.

Solche Konten können beispielsweise für Eigentümer einer Ferienimmobilie oder Menschen interessant sein, die ihren Umzug nach Spanien vorbereiten.

Einige Banken ermöglichen inzwischen sogar die Onlineeröffnung aus dem Ausland.

Dabei sollte geprüft werden:

  • Welche Länder werden unterstützt?
  • Welche Identitätsdokumente werden akzeptiert?
  • Muss später eine Filiale besucht werden?
  • Welche Transaktionsbeschränkungen gelten bis zur vollständigen Identifizierung?
  • Welche Nachweise zur wirtschaftlichen Tätigkeit werden verlangt?
  • Welche Gebühren gelten dauerhaft?

Gerade bei solchen Spezialkonten sollte man nicht nur die einfache Onlineeröffnung betrachten, sondern auch prüfen, ob das Konto nach dem Umzug nach Spanien weiterhin zum eigenen Status passt.

Was ist eine Cuenta de Pago Básica?

Neben normalen Giro- und Onlinekonten gibt es in Spanien die gesetzlich geregelte Cuenta de Pago Básica, also ein Basiskonto.

Dieses Konto soll den Zugang zu grundlegenden Bankdienstleistungen sicherstellen. Kreditinstitute, die Zahlungskonten anbieten, müssen solche Basiskonten für berechtigte Antragsteller anbieten.

Zu den grundlegenden Funktionen gehören unter anderem Ein- und Auszahlungen, bestimmte Überweisungen, Lastschriften und Zahlungen mit Debit- beziehungsweise Prepaidkarte.

Für diese Basiskonten gelten besondere gesetzliche Regeln. Die maximale gemeinsame monatliche Gebühr für die vorgesehenen Basisleistungen ist begrenzt; für bestimmte wirtschaftlich besonders schutzbedürftige Personen kann das Konto kostenlos sein.

Die Cuenta de Pago Básica sollte jedoch nicht mit den normalen kostenlosen Onlinekonten der Banken verwechselt werden. Es handelt sich um ein eigenes gesetzlich geregeltes Produkt.

Kann eine Bank die Kontoeröffnung ablehnen?

Bei einem normalen Girokonto besteht nicht automatisch ein Anspruch darauf, dass jede beliebige Bank jeden Antrag annimmt. Banken prüfen Kunden nach ihren internen Kriterien und müssen gleichzeitig gesetzliche Identifikations- und Geldwäschevorschriften erfüllen.

Für die gesetzlich geregelte Cuenta de Pago Básica gelten besondere Zugangsregeln und bestimmte Ablehnungsgründe.

Deshalb sollte man eine Ablehnung eines normalen Kontos nicht automatisch so verstehen, dass man in Spanien überhaupt kein Bankkonto eröffnen könne.

In einem solchen Fall kann es sinnvoll sein, ein anderes Institut beziehungsweise Kontomodell zu prüfen und gegebenenfalls nach der Cuenta de Pago Básica zu fragen.

Spanische IBAN und Lastschriften

Ein spanisches Konto besitzt eine spanische IBAN mit dem Länderkürzel ES.

Für Menschen, die dauerhaft in Spanien leben, ist das im Alltag praktisch. Strom, Wasser, Versicherungen, Telekommunikation und viele weitere Rechnungen können per domiciliación bancaria, also Lastschrift, bezahlt werden.

Wer ein neues Konto eröffnet, sollte deshalb überlegen, welche bestehenden Lastschriften später auf das neue Konto umgestellt werden müssen.

Besonders beim Bankwechsel sollte das alte Konto nicht vorschnell geschlossen werden. Erst wenn Gehalt oder Rente, wichtige Lastschriften und regelmäßige Zahlungen tatsächlich auf das neue Konto umgestellt wurden, sollte über die Schließung des alten Kontos entschieden werden.

Ein deutsches Konto trotzdem behalten?

Für viele Auswanderer kann es sinnvoll sein, zumindest zunächst zusätzlich ein deutsches Konto zu behalten.

Das kann beispielsweise für bestehende Verträge, Zahlungen in Deutschland oder als Reserve praktisch sein.

Ein spanisches und ein deutsches Konto schließen sich nicht gegenseitig aus.

Ob beide Konten langfristig benötigt werden, hängt von der persönlichen Situation und den jeweiligen Kosten ab.

Typische Fehler bei der Bankwahl in Spanien

  • Nur die nächstgelegene Filiale auswählen.
  • Gebühren nicht vor Vertragsabschluss vergleichen.
  • Nur auf „0 Euro“ in der Werbung achten.
  • Nicht prüfen, welche Voraussetzungen für kostenlose Kontoführung gelten.
  • App und Onlinebanking nicht berücksichtigen.
  • Davon ausgehen, dass jederzeit persönliche Beratung ohne Termin möglich ist.
  • Nicht nach deutsch- oder englischsprachigem Service fragen.
  • Gebühren für Karten und fremde Geldautomaten übersehen.
  • Ein Nichtresidentenkonto eröffnen und spätere Änderungen des eigenen Status ignorieren.
  • Das alte Konto schließen, bevor alle Lastschriften umgestellt wurden.

Welche Bank ist für Deutsche in Spanien am besten?

Eine Bank, die für jeden Deutschen oder Auswanderer am besten geeignet ist, gibt es nicht.

Für uns persönlich hat sich BBVA als unkomplizierte Lösung erwiesen. Wir haben dort gute Erfahrungen mit dem Service, deutschsprachigen Ansprechpartnern und der digitalen Terminvereinbarung gemacht.

Das ist jedoch unsere persönliche Erfahrung und keine allgemeine Empfehlung, die für jeden Leser gleichermaßen gelten muss.

Jemand, der ausschließlich ein kostenloses Onlinekonto benötigt, kann zu einem anderen Ergebnis kommen als ein Rentner, der regelmäßig persönliche Beratung auf Deutsch benötigt. Ein Selbstständiger hat wiederum andere Anforderungen als jemand mit einer Ferienwohnung.

Deshalb würden wir mindestens diese fünf Punkte vergleichen:

  • Kosten: Was kostet das Konto tatsächlich pro Jahr?
  • Sprache: Gibt es einen Ansprechpartner, mit dem ich mich verständigen kann?
  • Digital: Komme ich mit App und Onlinebanking zurecht?
  • Filiale: Gibt es in meiner Nähe persönlichen Service, wenn ich ihn brauche?
  • Status: Passt das Konto zu mir als Resident beziehungsweise Nichtresident?

Hilfe bei Bankkonto und Organisation in Spanien

Eine Kontoeröffnung kann einfach sein. Schwieriger wird es häufig dann, wenn man gerade erst nach Spanien gekommen ist, die Sprache noch nicht ausreichend beherrscht oder nicht weiß, welche Unterlagen die Bank tatsächlich verlangt.

SpanienHelfer kann bei der praktischen Vorbereitung und Organisation unterstützen.

Je nach Region und Situation kann es beispielsweise darum gehen, passende Ansprechpartner zu finden, einen Termin zu organisieren, die benötigten Unterlagen vorzubereiten oder zu einem Termin zu begleiten.

SpanienHelfer ist keine Bank und ersetzt keine Finanz-, Steuer- oder Rechtsberatung. Wir helfen bei den praktischen Abläufen vor Ort und können bei Bedarf dabei unterstützen, den richtigen Ansprechpartner zu finden.

Checkliste: Vor der Kontoeröffnung

  • Bin ich Resident oder Nichtresident?
  • Welche Dokumente verlangt die konkrete Bank?
  • Kann ich das gewünschte Konto überhaupt mit meinem aktuellen Status eröffnen?
  • Wie hoch sind Kontoführungs- und Verwaltungsgebühren?
  • Ist die Debitkarte kostenlos?
  • Welche Bedingungen gelten für ein kostenloses Konto?
  • Welche Geldautomaten kann ich kostenlos nutzen?
  • Gibt es eine Filiale in meiner Nähe?
  • Brauche ich für persönliche Beratung einen Termin?
  • Gibt es dort einen deutsch- oder englischsprachigen Ansprechpartner?
  • Kann ich mit der App und dem Onlinebanking umgehen?
  • Welche Unterlagen werden bei größeren Überweisungen benötigt?

FAQ zum Bankkonto in Spanien

Brauche ich eine NIE für ein spanisches Bankkonto?

Das hängt von Status, Bank und Kontomodell ab. Für bestimmte Konten und insbesondere für Nichtresidenten existieren Verfahren, bei denen zunächst andere Identitätsdokumente verwendet werden können. Residenten müssen je nach Situation ihre spanischen beziehungsweise europäischen Registrierungs- und Identifikationsdokumente vorlegen. Die Anforderungen sollten deshalb bei der konkreten Bank geprüft werden.

Kann ich als Deutscher ohne Residencia ein spanisches Konto eröffnen?

Ja, grundsätzlich gibt es Konten und Eröffnungsverfahren für Nichtresidenten. Einige Banken ermöglichen dies für Kunden aus Deutschland sogar online. Die verlangten Dokumente und Konditionen unterscheiden sich jedoch.

Kann ich ein spanisches Konto bereits aus Deutschland eröffnen?

Bei bestimmten Banken und Kontomodellen ist das möglich. Entscheidend sind Wohnsitz, Staatsangehörigkeit und das konkrete Angebot. Teilweise kann später noch eine persönliche Identifizierung in einer spanischen Filiale erforderlich sein.

Was kostet ein Bankkonto in Spanien?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Es gibt kostenlose Onlinekonten, Konten mit Bedingungen und kostenpflichtige Kontomodelle. Zusätzlich können Karten-, Automaten-, Überweisungs- oder andere Gebühren entstehen. Deshalb sollte immer das Preis- und Leistungsverzeichnis des konkreten Kontos geprüft werden.

Gibt es Banken in Spanien mit deutschsprachigem Service?

In Regionen mit vielen deutschsprachigen Residenten gibt es bei verschiedenen Banken Filialen beziehungsweise Mitarbeiter mit Deutschkenntnissen. Ob ein deutschsprachiger Ansprechpartner verfügbar ist, sollte jedoch bei der konkreten Filiale erfragt werden.

Muss ich für die Bank einen Termin vereinbaren?

Für viele persönliche Beratungsgespräche ist eine vorherige Terminvereinbarung sinnvoll oder notwendig. Einige Banken ermöglichen die Buchung direkt über App oder Webseite. Für einfache Vorgänge stehen häufig Onlinebanking und Automaten zur Verfügung.

Ist BBVA die beste Bank für Deutsche?

Wir persönlich haben mit BBVA gute Erfahrungen gemacht, insbesondere mit der unkomplizierten Abwicklung, Terminvereinbarung und deutschsprachigen Ansprechpartnern. Das ist jedoch eine persönliche Erfahrung und bedeutet nicht, dass BBVA für jeden Kunden die beste Wahl ist. Kontomodelle, Gebühren, Filialservice und persönliche Anforderungen sollten individuell verglichen werden.

Kann ich mein deutsches Konto behalten?

Ja. Viele Auswanderer führen zumindest zeitweise sowohl ein deutsches als auch ein spanisches Konto. Ob sich das dauerhaft lohnt, hängt von Kosten und persönlicher Nutzung ab.

Fazit: Nicht nur Gebühren vergleichen, sondern auch den Service

Ein spanisches Bankkonto zu eröffnen ist für die meisten Auswanderer gut machbar. Trotzdem sollte man nicht einfach in die nächstgelegene Filiale gehen und das erstbeste Konto unterschreiben.

Kontomodelle und Gebühren unterscheiden sich. Gleichzeitig wird der persönliche Service in vielen Filialen reduziert und immer mehr Vorgänge werden über App, Onlinebanking und Automaten abgewickelt.

Für deutschsprachige Auswanderer kommt deshalb ein weiterer Punkt hinzu: Was passiert, wenn einmal etwas nicht funktioniert?

Unsere persönliche Erfahrung ist, dass wir mit BBVA bisher am unkompliziertesten zurechtgekommen sind. Bei CaixaBank wurden uns für unsere Situation deutlich höhere Kosten angeboten, während wir mit einer Santander-Filiale in Puerto de la Cruz beim persönlichen Service schlechte Erfahrungen gemacht haben. Bei einer kleineren regionalen Bank haben wir außerdem erlebt, dass Probleme mit dem Onlinebanking ohne gute Spanischkenntnisse schwierig zu lösen waren.

Diese Erfahrungen lassen sich nicht auf jede Filiale und jeden Kunden übertragen. Sie zeigen aber, worauf es bei der Auswahl ankommt.

Vergleiche nicht nur den Preis des Kontos. Prüfe Gebühren, App, Filialservice, Sprache und Erreichbarkeit zusammen. Eine Bank ist erst dann günstig, wenn sie auch funktioniert, wenn du sie wirklich brauchst.