Schule und Kindergarten in Spanien: Anmeldung, Kosten und Unterschiede zu Deutschland

Wer mit Kindern nach Spanien auswandert, muss sich frühzeitig mit dem spanischen Schulsystem beschäftigen. Ab welchem Alter besteht Schulpflicht? Wie meldet man ein Kind an einer öffentlichen Schule an? Und lohnt sich eine internationale Privatschule, wenn das Kind noch kein Spanisch spricht?

Die Unterschiede zu Deutschland beginnen bereits im Kindergarten. In Spanien gehen Kinder normalerweise mit sechs Jahren in die Grundschule. Die Schulpflicht dauert grundsätzlich bis zum Alter von 16 Jahren. Danach können Jugendliche das spanische Bachillerato absolvieren oder eine berufliche Ausbildung beginnen.

Wir erklären, wie das Schulsystem funktioniert, welche Kosten entstehen und was Familien bei einem Schulwechsel aus Deutschland beachten sollten. Außerdem zeigen wir anhand des Colegio Casa Azul auf Teneriffa, wie teuer eine private Schule tatsächlich werden kann.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Schulpflicht beginnt in Spanien grundsätzlich mit sechs Jahren und endet mit 16 Jahren.
  • Der Kindergarten beziehungsweise die Educación Infantil ist freiwillig.
  • Die Bildungsstufe von drei bis sechs Jahren ist an öffentlich finanzierten Einrichtungen grundsätzlich kostenlos.
  • Öffentliche Grundschulen und die verpflichtende Sekundarstufe sind schulgeldfrei.
  • Nach der vierjährigen ESO können Jugendliche das zweijährige Bachillerato oder eine berufliche Ausbildung wählen.
  • Öffentliche Schulen, staatlich geförderte Privatschulen und vollständig private Schulen unterscheiden sich bei Finanzierung und Kosten.
  • Auf den Kanarischen Inseln erfolgt die Anmeldung über die Bildungsverwaltung der Regionalregierung.
  • Für internationale Privatschulen können jährlich mehrere Tausend Euro Schulgeld und zusätzliche Ausgaben anfallen.

Wie funktioniert das Schulsystem in Spanien?

Das spanische Bildungssystem ist landesweit grundsätzlich einheitlich aufgebaut. Die autonomen Gemeinschaften, darunter die Kanarischen Inseln, sind jedoch für viele organisatorische Fragen zuständig.

Alter Bildungsstufe Schulpflicht
0 bis 3 Jahre Educación Infantil, erster Zyklus Nein
3 bis 6 Jahre Educación Infantil, zweiter Zyklus Nein
6 bis 12 Jahre Educación Primaria Ja
12 bis 16 Jahre Educación Secundaria Obligatoria (ESO) Ja
Üblicherweise 16 bis 18 Jahre Bachillerato oder berufliche Ausbildung Nein

Die angegebenen Altersstufen beschreiben den regulären Bildungsweg. Bei späterer Einschulung, Klassenwiederholung oder besonderen Fördermaßnahmen kann die tatsächliche Zuordnung abweichen.

Kindergarten in Spanien: Educación Infantil

Die spanische Educación Infantil besteht aus zwei Zyklen.

Kinder von null bis drei Jahren

Der erste Zyklus umfasst die Betreuung und frühkindliche Bildung bis zum dritten Lebensjahr. Einrichtungen werden häufig als escuela infantil oder guardería bezeichnet.

Es gibt öffentliche und private Angebote. Ob Eltern einen Platz erhalten und welche Gebühren entstehen, hängt von der jeweiligen Einrichtung, der autonomen Gemeinschaft und möglichen Förderungen ab.

Auf den Kanarischen Inseln wird das öffentliche Angebot für diese Altersgruppe schrittweise ausgebaut. Kostenlose oder geförderte Plätze sind jedoch nicht überall in ausreichender Zahl verfügbar.

Eltern sollten sich deshalb möglichst früh über verfügbare Einrichtungen, Aufnahmebedingungen und die tatsächlichen Betreuungskosten informieren.

Kinder von drei bis sechs Jahren

Der zweite Zyklus der Educación Infantil ist freiwillig und an öffentlich finanzierten Einrichtungen grundsätzlich kostenlos.

Viele Kinder besuchen diese Bildungsstufe bereits ab drei Jahren. Sie lernen dort unter anderem sprachliche, soziale und grundlegende schulvorbereitende Fähigkeiten.

Für Familien, die neu nach Spanien ziehen, kann diese Phase besonders hilfreich sein, weil Kinder früh mit der spanischen Sprache in Kontakt kommen.

Bei vollständig privaten Einrichtungen können dagegen Schulgebühren anfallen.

Grundschule in Spanien: Educación Primaria

Mit etwa sechs Jahren beginnt die sechsjährige Grundschule, die Educación Primaria.

Anders als in vielen deutschen Bundesländern dauert die Grundschule in Spanien regulär sechs statt vier Jahre.

Zu den Unterrichtsbereichen gehören unter anderem:

  • Spanische Sprache und Literatur
  • Mathematik
  • Natur- und Gesellschaftswissenschaften
  • Fremdsprachen, insbesondere Englisch
  • Kunst und Musik
  • Sport

Die konkreten Unterrichtsinhalte und Stundenpläne hängen von den geltenden Lehrplänen und der jeweiligen Schule ab.

Auf Teneriffa und den übrigen Kanaren ist Spanisch die maßgebliche Unterrichtssprache. An einzelnen Schulen gibt es zusätzliche bilinguale Unterrichtsangebote.

Weiterführende Schule: Educación Secundaria Obligatoria

Nach der Grundschule besuchen Jugendliche normalerweise die vierjährige Educación Secundaria Obligatoria, kurz ESO.

Diese Bildungsstufe beginnt regulär mit zwölf Jahren und endet mit etwa 16 Jahren.

Die ESO ist verpflichtend und an öffentlichen Schulen kostenlos.

Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Jugendliche den Titel Graduado en Educación Secundaria Obligatoria.

Dieser Abschluss eröffnet den Zugang zu verschiedenen weiterführenden Bildungswegen.

Was kommt nach der ESO?

Nach der Pflichtschulzeit können Jugendliche unterschiedliche Wege einschlagen.

Bachillerato: Der Weg zum Studium

Das Bachillerato dauert regulär zwei Schuljahre und wird meist zwischen 16 und 18 Jahren besucht.

Es dient der vertieften Allgemeinbildung und der Vorbereitung auf weiterführende Studien.

Der Abschluss ist Teil des spanischen Bildungswegs zum Hochschulzugang. Für die Aufnahme an einer Universität können zusätzlich die jeweils geltenden Zugangs- und Zulassungsprüfungen beziehungsweise Auswahlverfahren erforderlich sein.

Das Bachillerato wird auch an öffentlichen Schulen angeboten und ist dort grundsätzlich schulgeldfrei.

Formación Profesional: Berufliche Ausbildung

Eine weitere Möglichkeit ist die Formación Profesional, kurz FP.

Das spanische System der beruflichen Bildung bietet verschiedene Qualifikationsstufen und Fachrichtungen.

Je nach Ausbildung können praktische Ausbildungsanteile in Unternehmen vorgesehen sein.

Für Jugendliche, die einen stärker berufsorientierten Weg einschlagen möchten, kann die FP eine interessante Alternative zum Bachillerato sein.

Welche Schularten gibt es in Spanien?

Bei der Wahl einer Schule müssen Eltern vor allem zwischen drei Modellen unterscheiden.

1. Öffentliche Schulen: Colegios públicos und Institutos públicos

Öffentliche Schulen werden staatlich finanziert. Der Unterricht in der verpflichtenden Schulzeit ist kostenlos.

Auch das öffentliche Bachillerato ist schulgeldfrei.

Zusätzliche Kosten können beispielsweise für Schulmaterial, Ausflüge, Verpflegung oder bestimmte Betreuungsleistungen entstehen.

Die Aufnahme richtet sich nach den regionalen Vorschriften. Wenn mehr Bewerbungen als Plätze vorhanden sind, können gesetzlich festgelegte Kriterien wie die Nähe des Wohnorts eine Rolle spielen.

2. Staatlich geförderte Privatschulen: Colegios concertados

Concertados sind privat getragene Schulen, deren bestimmte Bildungsstufen durch öffentliche Mittel finanziert werden.

Der durch öffentliche Mittel finanzierte reguläre Unterricht muss im Rahmen der gesetzlichen Regelungen kostenlos angeboten werden.

Für zusätzliche freiwillige Leistungen können jedoch Kosten entstehen.

Wichtig ist, dass eine Schule nicht unbedingt für sämtliche Altersstufen denselben Finanzierungsstatus besitzt. So kann beispielsweise die Pflichtschulstufe gefördert sein, während andere Angebote privat finanziert werden.

3. Private und internationale Schulen

Vollständig private Schulen finanzieren sich wesentlich über Schulgebühren.

Sie können besondere pädagogische Konzepte, zusätzliche Fremdsprachen, internationale Programme oder bestimmte Abschlussmöglichkeiten anbieten.

Die Kosten unterscheiden sich erheblich. Neben dem Schulgeld können Aufnahmegebühren, Unterrichtsmaterial, technische Geräte, Verpflegung, Schulbusse und Reisen hinzukommen.

Internationale Schulen sind nicht automatisch englische Schulen. Manche unterrichten überwiegend auf Englisch, andere bieten einen spanischen Lehrplan mit erweitertem Fremdsprachenunterricht an.

Unsere Erfahrung: Was eine Privatschule auf Teneriffa wirklich kostet

Aus unserem Bekanntenkreis kennen wir ein konkretes Beispiel: Ein Bekannter hat seinen 16-jährigen Sohn am Colegio Casa Azul im Norden Teneriffas angemeldet.

Die Schule liegt in La Orotava, in der Nähe von Puerto de la Cruz.

Nach Angaben unseres Bekannten zahlt er ungefähr 500 Euro monatlich für den Schulbesuch seines Sohnes.

Das monatliche Schulgeld ist allerdings nicht die einzige Ausgabe. Für den Unterricht wird beispielsweise ein iPad benötigt. Hinzu kommen Schulreisen und weitere Aktivitäten, bei denen nach seiner Erfahrung schnell zusätzliche Kosten von 1.000 bis 2.000 Euro zusammenkommen können.

Das ist ein wichtiger Punkt für Familien, die eine Privatschule in ihre Auswanderungsplanung einbeziehen: Die Gesamtkosten können deutlich höher liegen als der zunächst genannte Monatsbeitrag.

Colegio Casa Azul: Was bietet die Schule?

Das Colegio Casa Azul ist eine private Schule in La Orotava mit Angeboten von der Educación Infantil über die Grundschule und ESO bis zum Bachillerato.

Die Schule beschreibt sich als bilingual ausgerichtet und legt besonderen Wert auf Fremdsprachen. Zu den zusätzlichen Angeboten gehören die Vorbereitung auf Cambridge-Englischprüfungen und Deutschprüfungen des Goethe-Instituts.

Für ältere Schüler bietet die Schule das spanische Bachillerato an. Zusätzlich beschreibt sie ein amerikanisches Dual-Diploma-Programm, bei dem unter bestimmten Voraussetzungen ein weiterer Schulabschluss erworben werden kann.

Wichtig: Ein Cambridge-Sprachzertifikat ist nicht mit dem deutschen Abitur gleichzusetzen. Es bestätigt Sprachkenntnisse. Das spanische Bachillerato ist dagegen ein eigenständiger Schulabschluss.

Eltern sollten vor der Anmeldung klären, welche konkreten Abschlüsse ihr Kind erreichen kann und welche Voraussetzungen später für ein Studium in Spanien, Deutschland oder einem anderen Land gelten.

Was veröffentlicht Casa Azul zu den Schulgebühren?

Auf der öffentlich zugänglichen Preisseite nennt das Colegio Casa Azul folgende monatliche Gebühren. Die Schule beschreibt eine Aufteilung der Jahresbeträge auf zwölf Monatsraten.

Schulstufe Veröffentlichter Monatsbetrag
Educación Infantil, 3 bis 5 Jahre 253,60 €
Primaria, 1. bis 6. Klasse 324,20 €
ESO, 1. und 2. Jahr 329,00 €
ESO, 3. und 4. Jahr 357,70 €
Bachillerato, 1. und 2. Jahr 429,50 €

Die Preisseite nennt außerdem 149,25 Euro monatlich für die Schulverpflegung, die über zehn Monatsraten abgerechnet wird.

Diese veröffentlichten Beträge sind eine Orientierung und keine bestätigte individuelle Preiszusage für das Schuljahr 2026/27. Die Schule hat in anderen veröffentlichten Unterlagen abweichende Beträge genannt. Eltern sollten deshalb immer eine aktuelle schriftliche Kostenübersicht anfordern.

Der Erfahrungswert unseres Bekannten von ungefähr 500 Euro monatlich ist vor diesem Hintergrund nachvollziehbar, lässt sich aber ohne seine konkrete Rechnung nicht einzelnen Gebührenpositionen zuordnen.

Wie viel kostet ein Schuljahr insgesamt?

Rechnet man mit dem von unserem Bekannten genannten Betrag von 500 Euro monatlich und zwölf Monatszahlungen, ergeben sich 6.000 Euro pro Jahr.

Wenn zusätzlich beispielsweise 1.500 Euro für Schulreisen und weitere Ausgaben anfallen, liegt die jährliche Belastung bereits bei 7.500 Euro. Technische Geräte und weitere Leistungen können zusätzliche Kosten verursachen.

Das ist eine Beispielrechnung auf Grundlage der geschilderten Erfahrung, kein offizieller Gesamtpreis des Colegio Casa Azul.

Weitere Informationen: Colegio Casa Azul und veröffentlichte Schulgebühren.

Sind Privatschulen in Spanien besser als öffentliche Schulen?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten.

Private Schulen können beispielsweise kleinere Lerngruppen, zusätzliche Sprachprogramme, besondere Unterrichtskonzepte oder umfangreichere Zusatzangebote haben. Ob das tatsächlich zutrifft, muss bei jeder Schule einzeln geprüft werden.

Öffentliche Schulen können ebenfalls eine gute Ausbildung bieten. Sie unterrichten nach den geltenden Lehrplänen und ermöglichen anerkannte spanische Abschlüsse.

Der höhere Preis einer Privatschule ist deshalb kein verlässlicher Beleg für bessere Unterrichtsqualität.

Für auswandernde Familien sind andere Fragen häufig entscheidender:

  • Welche Unterrichtssprache wird verwendet?
  • Wie wird ein Kind ohne Spanischkenntnisse unterstützt?
  • Welche Abschlüsse bietet die Schule tatsächlich an?
  • Wie groß sind die Klassen?
  • Wie weit ist die Schule vom Wohnort entfernt?
  • Welche zusätzlichen Kosten entstehen?
  • Welche Erfahrungen haben andere Eltern mit der konkreten Schule gemacht?

Wer dauerhaft in Spanien leben möchte, sollte außerdem berücksichtigen, wie gut das Kind durch die gewählte Schule Spanisch lernt und Kontakte im spanischen Alltag aufbauen kann.

Wie meldet man ein Kind in Spanien an der Schule an?

Die Einschreibung an öffentlichen und staatlich geförderten Schulen wird von der jeweiligen autonomen Gemeinschaft organisiert.

Auf Teneriffa und den übrigen Kanarischen Inseln ist die Consejería de Educación der Kanarischen Regierung zuständig.

Schritt 1: Schulart und Schulstufe auswählen

Zunächst sollten Eltern klären, ob ihr Kind eine öffentliche, staatlich geförderte oder private Schule besuchen soll.

Außerdem muss die passende Bildungsstufe feststehen: Educación Infantil, Primaria, ESO oder Bachillerato.

Schritt 2: Schulen in Wohnortnähe prüfen

Bei öffentlichen und staatlich geförderten Schulen können die geltenden Aufnahmekriterien entscheidend sein.

Es ist deshalb sinnvoll, frühzeitig die Schulen im gewünschten Wohngebiet zu prüfen und sich über die jeweils angebotenen Bildungsstufen zu informieren.

Schritt 3: Antrag innerhalb der Frist stellen

Für das reguläre Aufnahmeverfahren gibt es jährlich festgelegte Fristen.

Auf den Kanaren können Eltern die dafür vorgesehenen elektronischen Antragsverfahren der Bildungsverwaltung nutzen. Je nach Verfahren stehen auch Unterstützungsmöglichkeiten für Personen ohne geeignete elektronische Identifikation zur Verfügung.

Schritt 4: Zuteilung und Einschreibung kontrollieren

Nach der Antragstellung veröffentlicht die Verwaltung vorläufige und endgültige Aufnahmelisten.

Eltern müssen anschließend die Einschreibung innerhalb der geltenden Frist abschließen. Eine zugeteilte Schulstelle ersetzt nicht automatisch alle erforderlichen Einschreibeschritte.

Anmeldefristen auf den Kanaren für das Schuljahr 2026/27

Für das Schuljahr 2026/27 hat die kanarische Bildungsverwaltung folgende reguläre Antragszeiträume veröffentlicht:

Schulstufe Reguläre Antragstellung 2026
Educación Infantil und Primaria 6. bis 17. April
Educación Secundaria Obligatoria (ESO) 10. bis 23. April
Bachillerato 20. April bis 11. Mai

Diese Termine betreffen die regulären Aufnahmeverfahren und sind keine allgemein gültigen Fristen für jedes Schuljahr oder jede Form der Einschreibung.

Für das Schuljahr 2026/27 sind die regulären Anmeldezeiträume inzwischen abgelaufen. Familien, die erst danach nach Spanien ziehen, sollten direkt bei der zuständigen Bildungsverwaltung nach dem Verfahren für einen nachträglichen Schulplatz fragen.

Offizielle Informationen: Infantil und Primaria, ESO und Bachillerato.

Welche Dokumente braucht man für die Schulanmeldung?

Die erforderlichen Unterlagen hängen von der Schulstufe, der jeweiligen Schule und dem konkreten Aufnahmeverfahren ab.

Typischerweise sollten Eltern folgende Dokumente bereithalten:

  • Personalausweis oder Reisepass des Kindes
  • Ausweisdokumente der Eltern oder Erziehungsberechtigten
  • NIE, sofern bereits vorhanden beziehungsweise für das Verfahren erforderlich
  • Nachweis über den Wohnsitz, beispielsweise das Empadronamiento
  • Geburtsurkunde oder andere Nachweise über die familiäre Beziehung, wenn verlangt
  • Schulzeugnisse und gegebenenfalls Schulbescheinigungen aus Deutschland
  • Gegebenenfalls Nachweise über Sorgeberechtigung
  • Weitere Nachweise für geltend gemachte Aufnahmekriterien

Welche Dokumente tatsächlich einzureichen sind, ergibt sich aus dem jeweiligen Verfahren. Nicht jede Schule verlangt dieselben Unterlagen.

Es empfiehlt sich, die letzten Schulzeugnisse bereits vor dem Umzug zusammenzustellen und zu klären, ob eine offizielle Übersetzung benötigt wird.

Schulwechsel von Deutschland nach Spanien: Wird das Zeugnis anerkannt?

Bei Kindern, die in eine spanische Grundschule oder in die verpflichtende Sekundarstufe ESO wechseln, ist grundsätzlich kein formelles Anerkennungsverfahren für die bisherigen ausländischen Schuljahre erforderlich.

Die Einstufung erfolgt unter Berücksichtigung des Alters, der bisherigen Schullaufbahn, der Kenntnisse und der persönlichen Umstände.

Anders kann die Situation beim Zugang zum Bachillerato oder zu bestimmten beruflichen Bildungswegen aussehen.

Hier kann eine formelle Anerkennung oder Gleichstellung ausländischer Schulabschlüsse beziehungsweise Schuljahre notwendig sein.

Das zuständige spanische Bildungsministerium unterscheidet dabei zwischen der Anerkennung eines Abschlusses (homologación) und der Anerkennung einzelner vollständiger Schuljahre (convalidación).

Eltern sollten deshalb besonders bei Jugendlichen ab etwa 15 oder 16 Jahren frühzeitig prüfen, welche Unterlagen und Verfahren für den gewünschten Bildungsweg erforderlich sind.

Offizielle Informationen: Spanisches Bildungsministerium – Anerkennung ausländischer Schulabschlüsse.

Was passiert, wenn das Kind noch kein Spanisch spricht?

Für viele deutsche Familien ist die Sprache die größte Sorge beim Schulwechsel.

Auf Teneriffa findet der Unterricht an öffentlichen Schulen überwiegend auf Spanisch statt. Ein Kind, das bislang ausschließlich Deutsch gesprochen hat, muss sich deshalb gleichzeitig an eine neue Schule und eine neue Unterrichtssprache gewöhnen.

Wie gut das gelingt, hängt unter anderem vom Alter, den bisherigen Sprachkenntnissen, der Persönlichkeit und der Unterstützung durch die Schule ab.

Jüngere Kinder können sich häufig schneller an den spanischsprachigen Schulalltag gewöhnen. Bei Jugendlichen kann die Umstellung schwieriger sein, weil der Unterricht bereits umfangreiche Fachkenntnisse und entsprechende Sprachfähigkeiten voraussetzt.

Das bedeutet nicht, dass ein später Schulwechsel unmöglich ist. Familien sollten jedoch vorab mit der Schule klären, welche sprachlichen Fördermaßnahmen konkret angeboten werden.

Beispiel: Eine Familie zieht mit einem sechsjährigen Kind nach Teneriffa

Ein sechsjähriges Kind soll nach dem Umzug eine öffentliche Grundschule besuchen.

Die Eltern sollten zunächst die Schulen in der Nähe des neuen Wohnorts prüfen, die Anmeldung mit der Bildungsverwaltung klären und nachfragen, wie das Kind beim Spanischlernen unterstützt wird.

Bei der Auswahl ist nicht nur die Entfernung wichtig. Auch der Umgang der Schule mit neu zugezogenen Kindern und die Zusammenarbeit mit den Eltern spielen eine Rolle.

Beispiel: Ein 14-jähriger Jugendlicher zieht nach Spanien

Ein Jugendlicher, der in Deutschland die achte Klasse besucht und kaum Spanisch spricht, steht vor einer anderen Situation.

Er wird voraussichtlich in eine passende Stufe der ESO eingegliedert. Dabei werden Alter und bisherige Schullaufbahn berücksichtigt.

Für die Familie ist entscheidend, wie der Jugendliche dem Fachunterricht folgen kann, welche Unterstützung beim Spracherwerb angeboten wird und wie der spätere Abschluss erreicht werden kann.

Vor dem Umzug empfiehlt sich deshalb ein ausführliches Gespräch mit der gewünschten Schule oder der zuständigen Bildungsverwaltung.

Schulwechsel mitten im Schuljahr: Ist das möglich?

Ein Umzug nach Spanien findet nicht immer rechtzeitig zum regulären Schuljahresbeginn statt.

Bei schulpflichtigen Kindern muss deshalb geklärt werden, wie eine Einschulung außerhalb des regulären Aufnahmeverfahrens erfolgt.

Auf den Kanarischen Inseln gibt es neben den regulären Verfahren auch besondere Regelungen für spätere oder außergewöhnliche Aufnahmesituationen.

Familien sollten sich in solchen Fällen direkt an die Bildungsverwaltung beziehungsweise die zuständige Schulaufsicht wenden. Dort lässt sich klären, welche Schulen freie Plätze haben und wie die Zuweisung organisiert wird.

Bei einer privaten Schule hängt die Aufnahme zusätzlich von deren eigenen Bedingungen und verfügbaren Plätzen ab.

Welche zusätzlichen Schulkosten entstehen in Spanien?

Auch wenn öffentliche Schulen kein Schulgeld verlangen, sollten Eltern weitere Ausgaben einplanen.

Kostenart Worauf Eltern achten sollten
Schulbücher und Material Je nach Schule und möglichen Förderprogrammen
Schulverpflegung Gebühren, Zuschüsse und Verfügbarkeit prüfen
Schultransport Anspruch auf kostenlose Beförderung oder zusätzliche Kosten klären
Ausflüge und Schulreisen Umfang und Freiwilligkeit vorab erfragen
Technische Geräte Prüfen, ob Tablet oder Laptop benötigt wird
Schuluniform Falls von der Schule vorgesehen
Nachmittagsbetreuung Öffnungszeiten und zusätzliche Gebühren prüfen

Auf den Kanaren können für bestimmte Leistungen Förderprogramme oder Zuschüsse bestehen. Die Voraussetzungen und Antragsfristen müssen jeweils für das aktuelle Schuljahr geprüft werden.

Schulzeiten und Ferien auf Teneriffa

Das Schuljahr beginnt auf den Kanarischen Inseln normalerweise im September und endet im Juni.

Die genauen Anfangs- und Endtermine hängen von der Bildungsstufe und dem jeweils veröffentlichten Schulkalender ab.

Hinzu kommen unter anderem Weihnachtsferien, Osterferien sowie regionale und örtliche Feiertage.

Auch die täglichen Unterrichtszeiten unterscheiden sich zwischen Schulen und Schulstufen.

Eltern sollten sich deshalb nicht darauf verlassen, dass die Schule automatisch eine ganztägige Betreuung bietet.

Gerade bei jüngeren Kindern sind die Öffnungszeiten, Mittagspausen und mögliche Betreuungsangebote ein wichtiger Punkt bei der Schulwahl.

Worauf sollten auswandernde Familien bei der Schulwahl achten?

Eine Schule sollte nicht allein danach ausgewählt werden, ob sie öffentlich oder privat ist.

Entscheidend ist, ob das Angebot zum Kind und zur langfristigen Lebensplanung der Familie passt.

Vor einer Anmeldung sollten Eltern möglichst folgende Fragen direkt mit der Schule klären:

  • Welche Abschlüsse können an der Schule erworben werden?
  • Wie viele Schüler lernen durchschnittlich in einer Klasse?
  • Welche Unterstützung erhalten Kinder ohne Spanischkenntnisse?
  • Welche Fremdsprachen werden in welchem Umfang unterrichtet?
  • Welche zusätzlichen Gebühren fallen an?
  • Welche Kosten sind verpflichtend und welche freiwillig?
  • Wie ist der Unterricht zeitlich organisiert?
  • Wie wird der Übergang in weiterführende Schulen oder an Universitäten begleitet?

Bei Privatschulen empfiehlt es sich, die vollständigen Kosten schriftlich anzufordern. Dazu gehören auch mögliche Aufnahmegebühren, technische Ausstattung, Verpflegung und zusätzliche Bildungsprogramme.

Häufige Fragen zu Schule und Kindergarten in Spanien

Ab welchem Alter besteht Schulpflicht in Spanien?

Die Schulpflicht beginnt grundsätzlich mit sechs Jahren und dauert bis zum Alter von 16 Jahren.

Ist der Kindergarten in Spanien kostenlos?

Der zweite Zyklus der Educación Infantil von drei bis sechs Jahren ist an öffentlich finanzierten Einrichtungen grundsätzlich kostenlos. Für jüngere Kinder und vollständig private Einrichtungen können Gebühren anfallen.

Sind öffentliche Schulen in Spanien kostenlos?

Der reguläre Unterricht während der verpflichtenden Schulzeit ist an öffentlichen Schulen kostenlos. Auch das öffentliche Bachillerato ist schulgeldfrei. Für bestimmte Zusatzleistungen und Materialien können Kosten entstehen.

Muss mein Kind Spanisch sprechen, bevor es eingeschult wird?

Fehlende Spanischkenntnisse schließen den Zugang zur verpflichtenden Schulbildung nicht grundsätzlich aus. Welche Unterstützung das Kind erhält, sollte vorab mit der Schule geklärt werden.

Kann mein Kind mitten im Schuljahr nach Spanien wechseln?

Ja, ein Schulwechsel kann auch außerhalb der regulären Anmeldephase notwendig werden. Das konkrete Verfahren und die Zuweisung eines Schulplatzes sollten mit der zuständigen Bildungsverwaltung geklärt werden.

Wie teuer ist eine Privatschule auf Teneriffa?

Die Kosten unterscheiden sich je nach Schule und Schulstufe. Das Colegio Casa Azul veröffentlicht beispielsweise Monatsbeträge von mehreren Hundert Euro. Aus unserem Bekanntenkreis kennen wir einen Fall mit ungefähr 500 Euro monatlichem Schulgeld zuzüglich weiterer Ausgaben.

Kann man auf Teneriffa einen Abschluss mit Cambridge-Zertifikat machen?

Einige Schulen bereiten auf Cambridge-Sprachprüfungen vor. Das Colegio Casa Azul bietet das spanische Bachillerato und zusätzlich die Vorbereitung auf Cambridge-Zertifikate an. Ein Cambridge-Sprachzertifikat ist kein eigenständiger Abiturabschluss.

Ist eine internationale Privatschule besser als eine spanische öffentliche Schule?

Das lässt sich nicht allgemein sagen. Die Qualität hängt von der konkreten Schule, dem Unterricht, den Lehrkräften und den Bedürfnissen des Kindes ab. Privatschulen können zusätzliche Programme bieten, sind aber nicht allein wegen ihrer Gebühren besser.

Fazit: Die passende Schule hängt von der Familie und dem Kind ab

Für Familien, die nach Spanien auswandern, ist die Schulwahl eine der wichtigsten Entscheidungen.

Öffentliche Schulen ermöglichen eine grundsätzlich kostenlose Schulbildung und können Kindern helfen, sich in den spanischen Alltag zu integrieren. Private und internationale Schulen bieten teilweise zusätzliche Sprachen, Programme oder Abschlüsse, verursachen jedoch häufig erhebliche Kosten.

Das Beispiel des Colegio Casa Azul auf Teneriffa zeigt, dass Eltern neben dem monatlichen Schulgeld auch Ausgaben für Technik, Schulreisen und andere Leistungen berücksichtigen sollten.

Besonders bei älteren Kindern ist es wichtig, frühzeitig die Unterrichtssprache, den bisherigen Bildungsstand und die späteren Abschlussmöglichkeiten zu prüfen.

Wer den Umzug rechtzeitig vorbereitet, die zuständige Bildungsverwaltung kontaktiert und Schulen vor der Anmeldung miteinander vergleicht, kann viele Probleme beim Schulwechsel vermeiden.

Offizielle Quellen und weiterführende Informationen